VIA  CLAUDIA AUGUSTA
DIE ALTE RÖMERSTRASSE

FESTUNG NAUDERS

© Wolfgang Trommer

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FESTUNG NAUDERS

 

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DIE FESTUNG NAUDERS

wurde in der Zeit von 1836 bis 1840 als Strassensperre am Finstermünzpass errichtet. Bis dahin diente die mittelalterliche Niclasmauer als Sperre und zur Verteidigung des wichtigen Verkehrsweges aber auch der Kontrolle des Verkehrs und der Passanten auf dieser Strasse.

Die Napoleonischen Kriege hatten gezeigt, dass die Befestigungsanlagen für die moderne Kriegstechnik nicht mehr ausreichend waren. So baute man die gigantische Festung Nauders in den Berg, dessen Fels ihren Mauern zu zwei Dritteln zusätzlichen Schutz bietet. Ursprünglich war ein gigantisches Verteidigungssystem auf dem gesamten Berg angedacht, konnte man doch gleichzeitig die Verkehrsströme von Altfinstermünz als auch vom Schweizer Inntal zum Reschenpass überwachen und verteidigen. Doch dazu kam es nicht mehr.

Da die Festung Nauders die einzige Festung Österreich-Ungarns im ehemaligen Mutterland der Monarchie ist, stellt sie eine besondere Attraktion österreichischer Militärgeschichte dar. Ein Freundeskreis hat sich dem Erhalt und der Präsentation dieser Festung für die zahreichen Besuchern gewidmet.

 

Zu den Besucherzeiten findet sich vor dem trutzigen Eingangstor der Festung Nauders oftmals, besonders aber in der Sommerferienzeit, eine große Menschenmenge ein. Das Tor der Festung öffnet sich und es dauert eine geraume Weile, bis all die Menschen in dem engen Eingangsraum einen Platz gefunden haben. Ein älterer Herr in einer K.u.K.-Uniform sitzt an einem spartanischen Holztischchen vor einer kleine Kasse und kassiert zunächst einmal den Eintrittspreis. Es ist finster, eng und beklemmend im Raum, denn die Türe hat sich geschlossen. Schon hier bekommt man einen Eindruck wie der Dienst in diesem Kasten gewesen sein mag: finster, spartanisch, kalt, feucht und dröhnend laut, wenn auf eine solche Festung die gegnerischen Geschosse nieder gingen.

 

"An meine Völker", so war der letzte Aufruf zum Völkerschlachten des österreichischen Kaisers 1914 überschrieben. Er hängt fein säuberlich gerahmt an einer der kalten Festungswände.

Die Völker der Österreichisch-Ungarischen Monarchie folgten noch einmal in die Schützengräben. Schon vorher hatten sich insbesondere die Polen, die Ungarn, die Slowaken, die Tschechen und die Kroaten heftige Grabenkämpfe, die oft nicht nur in verbalen Attacken ausgetragen wurden, im Unterhaus Wiens geliefert. Sie wollten ihre Souveränität, ihren eigenen Nationalstaat.

Das Riesenreich der Österreichischen Monarchie verschwand nach 1918 von der Landkarte. Die Folgen, die mit der Bildung unabhängiger Nationalstaaten in Europa verbunden waren sind bis heute spürbar und längst nicht überwunden. Das Völkergemisch, das in den späteren Nationalstaaten während der Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie entstanden war, konnte oftmals nicht miteinander auskommen. Die Folge waren schreckliche Exzesse während und nach dem Zweiten Weltkrieg, die bis heute nicht aufgearbeitet sind.

                                                Fakten 1         Fakten 2

 

Nun aber schickt sich Europa an alle seine Völker in einem Staatenverbund aufzunehmen. Werden sich die Mentalitäten, die Eigenheiten und die Vorbehalte insbesondere der Osteuropäer den Notwendigkeiten einer starken und geeinten Europäischen Union anpassen können, oder werden Sie wieder in ihren Forderungen und eigenen Befindlichkeiten beharren? Im Augenblick sieht es jedenfalls oftmals danach aus, daß die westlichen Staaten der alten EU den Forderungen der Osteuropäer nachgeben um die Anfänge einer gemeinsamen Zusammenarbeit nicht zu gefährten.

Wenn das zur Regel würde, dann sähe es nicht gut für ein baldiges einiges Europa aus.

 

 

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