VIA  CLAUDIA AUGUSTA
DIE ALTE RÖMERSTRASSE

SPURENSUCHE IN BAYERN Teil 2

 © Wolfgang Trommer

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 SPURENSUCHE IN BAYERN

 TEIL 2

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  Modell der Römervilla am Skilift.

Gut konserviert ist die Römervilla am Skilift

 Die Reste einer Römervilla im Forggensee.  

Von Füssen kommend verläuft die Via Claudia Augusta geradlinig durch den Forggensee nach Norden.

 

 

Verschwundene Welten - Spurensuche im Forggensee.

 

 

 

Die Via Claudia Augusta im Forggensee

 

 

erreicht bei Füssen Deutschland. Die Reisenden, die vom Mutterland Italien gekommen waren konnten erleichtert aufatmen, denn sie hatten nun die schroffen Felswände der Alpen hinter sich gelassen. Reisenden in Richtung Italien standen die Beschwerden der Durchquerung des Hochgebirges mit all seinen Gefahren noch bevor.

Man vermutet, daß sich die Via Claudia hier in Füssen unter der heutigen Augsburger Straße befindet, die vom heutigen Forggensee geradlinig auf das Hohe Schloß zuführt.

Leider ist die Via Claudia Augusta nach Füssen in den Fluten des Forggensees verschwunden. Wer den einmalig schönen Straßendamm der Via Claudia Augusta sehen will, der muß sich in den Wintermonaten auf den Weg machen. Dann ist der Forggensee ohne Wasser und gibt seine Geheimnisse für einige Zeit frei. Solch eine Besichtigungstour sollte in einer Zei erfolgen, in der es nicht ausgiebig regnete und auch Schnee kann die Entdeckungsreise zunichte machen, denn dann sind die Spuren unter dem Schnee begraben. 

 

Das Gebiet des Forggensees hat viel an archäologischen Besonderheiten aus vergangenen Zeiten als auch aus der Neuzeit zu bieten.

Das Gebiet um den ehemaligen Ort Forggen war ein Gletscherboden eines riesigen Gletschers der Eiszeit. Seine geschützte Lage machte ihn zum fruchtbaren Siedlungsgebiet. Das erkannten nicht erst die Römer. Auch in der Bronzezeit muß hier schon stark frequentiertes Siedlungsgebiet gewesen sein, wie Bodenfunde bestätigen. Einen See hat es immer gegeben, in dem schon bronzezeitliche Fischer ihre Netze auswarfen. der heutige Forggensee entstand mit dem verstärkten Energiebedarf der Industrie. Der Lech wurde angestaut seine Bewohner ihrer Heimat mit oft rüden Methoden beraubt. Man hatte nach dem Zweiten Weltkrieg leichtes Spiel mit den Menschen, die noch obrigkeitsergeben waren. Mancher der weggegangenen ist nie mehr an den Forggensee zurückgekehrt, andere haben sich mit viel Wehmut in ihr Schicksal hineingefunden.

 

An einem Apriltag schließen wir uns in Schwangau einer Führung an, die sich "Versunkene Welten" nennt. Entäuscht erfahren wir, daß es nicht zur Römerstraße geht. Aber nun sind wir einmal hier und stechen sozusagen mit regenfester Kleidung und schweren Schuhwerk in den Forggenssee. Soweit das Auge reicht nur Steine, umgrenzt von einem einmaligen Bergpanorama.

Zunächst erreichen wir die Ruinen ehemaliger Gehöfte, die bis zur Flutung des Stausees voller Leben waren. Nur die Grundrisse der Gebäude haben sich erhalten. Vom Hof ist noch das alte Pflaster zu sehen, flache Natursteine, die man hochkant einsetzte.

Manch einer findet einen eiformigen Stein mit Loch, Gewichte broncezeitlicher Fischer, wie unser Führer erzählt. Er sieht diese Welt hier mit anderen Augen als seine Besucher. Da hebt er ein Stück Rohglas vom Seeboden auf, daß Händler vom Bayrischen Wald hierher brachten. Schlacke erzählt von Verhüttung und Schmiedehandwerk, das die Bewohner hier betrieben.

Eine Sage erzählt von einem verwunschenen Dorf, das mitsamt seinen über die Verhältnisse lebenden Bewohnern untergegangen war. Zu genau waren die Ortsangaben für eine Sage, und so forschte man nach. Es dauerte durch Mißverständnisse lange bis man fündig wurde und die Reste einer Römervilla fand. Das war das verschwundenen Dorf. Die Planierraupen hatten ganze Arbeit geleistet und viel zerstört. Als unter den Campinggästen ruchbar wurde, daß da eine Menge zu holen war, waren bald die Halbedelsteine aus den Mosaiken und andere Fundsachen weggeräumt.

Trotzdem kann man sich an dem Grundriß der alten Römervilla erfreuen, die sich im Seitenlicht der tiefstehenden Abendsonne besonders markant vom Seeboden abhebt.

 

Für uns wird es nun stressig. Wir wollen noch versuchen die alte Römersstraße zu sehen. Wir haben sehr gute Angaben zu ihrer Lage erhalten. In der einsetzenden Dämmerung müssen wir uns beeilen. Aber hier ist die Zeit der Dämmerung länger. Wir haben noch gutes Licht zum Fotografieren, als wir erst nach 20.00 Uhr uns einen Weg in den See suchen, der schon stellenweise wieder mit Wasser gefüllt ist. Erst müssen wir die Trasse der alten B16 queren und dann stehen wir auf der Trasse der Römerstraße Via Claudia Augusta, die sich hier im See ohne jeglichen Mutterboden und ohne Bewuchs in einmaliger Schönheit präsentiert. Aber das brauchen wir nicht weiter beschreiben. Die Fotos geben unsere Eindrücke bestens wieder.

 

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