VIA  CLAUDIA AUGUSTA
DIE ALTE RÖMERSTRASSE

SPURENSUCHE IN BAYERN Teil 1

 
 © Wolfgang Trommer

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SPURENSUCHE IN BAYERN
TEIL1
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 Via Claudia Augusta - oder eher nicht?

Als Bodenwelle hebt sich hier der Strassendamm sehr deutlich vor dem Maisfeld ab.

 

 

Dies war die schönste Stelle, an der wir den Verlauf der Römerstrasse erkennen konnten. Das Foto gibt nur deshalb das Bodenrelief des Strassendammes der Via Claudia Augusta so gut wieder, weil  Wolken ein Licht- und Schattenspiel erzeugten. (siehe auch großes Bild unten)

 

Vom kleinen Ort Graben strebt die Via Claudia Augusta geradlinig der Metropole Augsburg entgegen. (Bild oben und unten)

 

  

 

Von Burghöfe führte die Via Claudia Augusta hinauf auf eine Anhöhe zum römischen Castell.

Ein Meilenstein erinnert auch hier an den Verlauf der Römerstrasse.

 

Die Via Claudia Augusta

 

erreicht nach Füssen Landschaften, die nicht mehr Hochgebirgscharakter tragen. In sanften Hügeln präsentiert sich die Landschaft. Auf den Weiden wächst fruchtbares Grün. Ab Landsberg wird das Land jedoch flach. Der Lech strebt im weiten Flußbett der Donau entgegen, in die er in Donauwörth mündet.

Wie die Landschaft zu römischen Zeiten beschaffen war ist nicht mehr bekannt. Mit Sicherheit war sie nicht intensiv landwirtschaftlich genutzt und es gab hier mehr Wald als heute.

Es gibt Menschen, die sich aber heute wieder in Origianal römischer Legionärsausrüstung auf den Weg alter Römerstraßen begeben, um nachzuempfinden wie es einst gewesen sein mag, wenn römische Legionäre über land zogen. mehr

 

Mit dem Auto folgen wir nun der alten Römerstrasse. Leider ist die Via Claudia Augusta nach Füssen in den Fluten des Foggensees verschwunden. Der Strassendamm soll einmalig schön und begehbar sein, wenn der Foggensee im Winter ohne Wasser ist. Dann kann man an Führungen teilnehmen.

Zunächst folgen wir der Bundesstraße 16 um zum Informationszentrum Via Claudia Augusta nach Roßhaupten zu gelangen. Leider findet sich kein Hinweis auf diese Informationszentrum. Es ist Mittagszeit, und so ziehen wir unverrichteter Dinge weiter.

 

Die Bundesstrasse 17 führt ab Schongau parrallel zur Via Claudia Augusta. So haben wir dank der zahlreichen Wirtschaftswege immer wieder die Möglichkeit die Bundesstrasse zu verlassen um nach der alten Trasse der Römerstrasse zu suchen. Manchmal ist das gar nicht so leicht, denn ebenso gerade wie die Römer bauten führen heute eine Vielzahl asphaltierter Landwirtschaftswege durch die Felder. Da unterliegt man leicht dem Irrtum die Römerstrasse gefunden zu haben. Doch bei Denklingen stoßen wir auf den ersten Hinweis, einem neu aufgestellten Meilenstein. Leider können wir hier der Via Claudia Augusta nicht folgen, weil sie als Forststrasse nicht befahrbar ist.

 

Am sogenannten Römerkessel bei Fuchstal können wir sehr schön das Relief des Strassendammes vor einem Maisfeld erkennen. Nun wird die Suche erfogreicher. Auf einer Landstrasse, die Unterdießen, Ellighofen, Erpfding, Igling, Hurlach, Obermeitingen, Untermeitingen und Graben verbindet können wir oftmals sehr deutlich das Relief des Strassendammes der Via Claudia Augusta in den landwirtschaftlich genutzten Flächen erkennen.

Hier gewinnen wir die schönsten Eindrücke von der alten Römerstrasse und können dank des Wolkenspiels, das durch Licht und Schatten das Bodenrelief sichtbar macht, die Via Claudia Augusta fotografisch wiedergeben. Der Strassendamm hat sich bis heute, also 2000 Jahre nach der Erbauung der Via Claudia Augusta, auch hier in den landwirtschaftlich genutzten Flächen erhalten. Geradlinig durchquert die Via Claudia die kleinen Ortschaften oder führt an ihrer Peripherie daran vorbei.

In Graben ist die Via Claudia Augusta eine kleine verkehrsberuhigte Strasse, die wir erst nach einigem Suchen finden. Der Straßenname "Römerweg" bringt uns ans Ziel.

Eine Kopie eines der typischen Meilensteine und eine interessante Informationstafel sind hier zu finden und weisen auf die Via Claudias Augusta hin. Man vermutet, daß der Ortsname Graben von einer Vielzahl von Wasserleitungen und Wassergräben abzuleiten ist. Luftbildaufnahmen zeigen , daß sich dunkle Linien in den Äckern der Fluren um Graben abzeichnen. Es wird angenommen, das die Römer hier aus dem Gebiet um Graben mit einem weitreichenden und umfangreichem Rohr- und Grabensystem den immensen Wasserhaushalt für die römische Metropole des heutigen Augsburg sicherten. Von Graben führt die Via Claudia Augusta geradlinig Augsburg entgegen. Wir können der Römerstraße nun nicht mehr folgen. Vielleicht ermöglicht es einmal die Zeit, daß wir sie mit dem Fahrad erkunden.

 

Unser letztes Ziel soll Burghöfe sein. Wir haben an diesem Nachmittag große Mühe mit dem Auto nach Burghöfe zu gelangen, denn die Straßen dorthin sind für den öffentlichen Autoverkehr eigentlich nicht zugänglich.

Der Seniorchef des Landwirtschaftsbetriebes Burghöfe zeigt für unser Interesse großes Verständnis. Wir erhalten eine Vielzahl Informationen, auch darüber, daß die archäologischen Ausgrabungen am Kastell Burghöfe wieder beginnen werden. Und auch, das die Lage des Kastells sehr clever von den Römern auf einer Endmoräne des glazialen Eises zwischen das Donauries und die Niederungen des Lech gelegt wurde. Diese Niederungen müssen damals noch sehr sumpfig gewesen sein. Der Verlauf der Via Claudia mit wesentlich größerem Abstand zum Lech als die heutigen Straßen läßt das  erahnen.

Über die Fluren erreichen wir den Verlauf der Via Claudia Augusta bei Burghöfe. Nochmals läßt uns einer der schönen Nachbildungen eines Meilensteines verweilen.

Wir haben damit unser Tagesziel erreicht.

Über das malerische Donauwörth führt unsere Fahrt auf der Bundesstraße 2, die unmittelbar mit der römischen als auch mit der mittelalterlichen Handels- und Verkehrsgeschichte in Verbindung gebracht werden muß, nach Norden. Sie war der Weg der Kaiser und Könige, die sich aus dem alten Europa zum Papst nach Rom aufmachten. Sie wird deshalb auch die Kaiserstraße genannt. Ohne die Via Claudia Augusta und ihre Verlängerung in der heutigen Bundesstraße 2, die bis ins Balticum führte, wäre der Reichtum Augsburgs, Nürnbergs, Leipzigs und Posens (Poznans), die vom mittelalterlichen Warenaustausch profitierten, undenkbar. Zu verdanken war dieser Handelsweg aber den Römern, durch deren Straßenbaukünste und ingenieurtechnischen Leistungen er bis ins 19. Jahrhundert ohne wesentliche Straßenbaumaßnahmen genutzt werden konnte.

Nördlich von Weißenburg in Bayern queren wir unbemerkt den Limes, jene Befestigungsanlage, die das römische Reich von Germanien trennte.

 

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