VIA  CLAUDIA AUGUSTA
DIE ALTE RÖMERSTRASSE

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 © Wolfgang Trommer

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HAUPTSEITE Via Cl. Augusta

 Letzte Aktualisierung 08.09.2012

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Die Via Claudia Augusta

führt von Altinum an der oberen Adria über Feltre, das Valsugana nach Trient und weiter nach Bozen, den Vinschgau, Reschenpaß, Landeck, den Fernpaß, durch das Tal des Lech nach Füssen, Epfach und Augsburg bis zur Donau bei Kastell Burghöfe. Der Fund eines Meilensteines bei Ostiglia läßt darauf schließen, daß es einen weiteren Straßenzweig gab, der in Ostiglia am Po begann und sich in Trient mit der von Altinum kommenden Straße vereinte.
Die Via Claudia Augusta ist Zeugnis des regen Warenverkehrs, der militärischen Infrastruktur und der Straßenbaukunst des Römischen Reiches. Noch heute werden große Teile der Trasse der  Römerstraße von den modernen Autostraßen genutzt, was die hohen Kenntnisse der Straßenbauer und die Ingenieurskunst im alten Rom unter Beweis stellen.

Die Via Claudia Augusta stellt in den ersten zwei Jahrhunderten nach Christus die wichtigste Verkehrsverbindung von der Adria zur Donau dar, bevor später der Alpenquerung über den Brenner mehr und mehr der Vorrang gegeben wurde.
Auch im Mittelalter diente die Römerstraße noch immer dem Verkehr bis dann in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine neue Dimension des Straßenbaus, insbesondere durch die Alpen neue verkehrstechnische Maßstäbe setzt.
Wenn wir heute reisen, ahnen wir längst nicht mehr, daß es unterhalb der modernen Autobahn oder auch Paßstraße weitere Generationen des Straßenbaus gibt. Wir rasen dahin und lernen die Leistungen unserer Vorfahren nicht mehr kennen, wenn wir es nicht verstehen inne zu halten und zu schauen.

Beredtes Zeugnis der Straßenbaukunst legt der Weg vom Reschenpaß über Nauders nach Altfinstermünz ab:
Vom Reschenpaß herab zieht sich wie mit dem Lineal gezogen die komfortable Passstraße der Neuzeit. Daneben windet sich die alte Trasse der Römerstraße und die des Mittelalters anmutig durch die Wiesenhügel des Gebirgstales und findet als Wirtschafts- und Radweg Verwendung. Bei Fort Nauders steigt die Römerstraße steil hinab zu dem noch jungen Inn in die tiefe Klamm. Die Trasse der Römerstraße gleicht hier einer gleichmäßig auf kürzestem Weg ansteigenden Rampe, über die sich auch im Mittelalter und bis zum 19. Jahrhundert der Verkehr quälte. So mußte im 19. Jahrhundert nachgedacht werden, ob man weiter nach dieser Straßenführung eine neue Straße projektiert oder ob man nach modernen Erkenntnissen eine Straße errichtet.

Es wurde in nur vier Jahren eine Straße nach neuesten Erkenntnissen in den Fels gehauen. Diese Gebirgsstraße aus dem 19. Jahrhundert mit ihren Tunnels und Verbauungen ist heute teilweise geschlossen. Zu stark und gefährlich ist die Erosion der schroffen Felswände geworden. Die 10 Jahre alte neue Straße geleitet den Reisenden in tosendem Motorenlärm durch einen komfortablen Tunnel. Bald wird es erforderlich sein auch die letzten Teile der alten Straße bis Ford Nauders in Tunnel zu legen.Von der grandiosen Landschaft hat der Reisende nicht viel wahr genommen. Wie komfortabel wir doch heute reisen können!  Da kann man sich nicht mehr vorstellen, wie beschwerlich eine Reise früher gewesen ist. Schlechte Unterkünfte und miserable Verpflegung bis hin zum Trinkwasser, dazu noch überteuert, Krankheiten, Ungeziefer, zwielichtige Gestalten und die Gefahren der Natur, die trotz gut ausgebauter Straße wesentlich größer waren als heute.
Privilegierte Leute ersuchten den Kaiser um eine Reisegenehmigung für den wesentlich komfortableren Cursus Publikus, die Reichspost, zu erhalten, der mit späteren Poststationen vergleichbar ist. Der einfache Handelsreisende ist überteuerter Maut, hohen Zöllen und teuren Herbergen gnadenlos ausgesetzt.
Wenn wir heute über Maut, hohe Treibstoffkosten und Nepp in den Touristenhochburgen jammern - es war wohl schon immer so - an Reisenden hält man sich mehr oder minder schadlos -...

Die Via Claudia ist in Deutschland und in Österreich durchgängig als Wanderweg ausgeschildert (siehe Logo oben).
Der Radfahrer muß aufgrund des Geländeprofils und der Wegbeschaffenheit mit Schiebestrecken rechnen. Der Autofahrer fährt auf modernen Fahrstraßen parallel zur Trasse der Via Claudia Augusta. In Österreich gibt es  teilwese Huckepacktransport für Radfahrer auf Postbussen.

Noch heute führen entlang der Römerstraße, die heute zu großen Teilen als Altstraße Spuren in der Landschaft hinterläßt, wichtige Verkehrswege. Wir haben die Via Claudia Augusta an den für uns schönsten Stellen erwandert, diese sind hier beschrieben.  Auf den heutigen modernen Straßen sind wir der alten Römerstraße zwischen Fernpaß und Trient/Trento mit dem Auto gefolgt.

Wagengeleise am Stadttor der antiken Stadt Histria an der Rumänischen Schwarzmeerküste verhinderten, daß die Wagen die Stadtmauern beschädigten und außerdem sicher geführt durch die Toreinfahrt fahren konnten.

Die Via Claudia Augusta auf einem der schönsten Abschnitte bei Altfinstermünz.
Die Natur hat die inzwischen 2000 Jahre alte Trasse wieder in Besitz genom- men. Die Faszination dieser Altstraße geht dadurch nicht  verloren, im Gegenteil die Altstraße steht um so mehr im Einklang mit der Natur

Die römischen  Meilensäulen

 

Diese Meilensäule steht in der antiken Stadt Histria an der rumänischen Küste des Schwarzen Meeres.
Ähnlich sahen sicherlich die prunkvollen Säulen entlang der Via Claudia Augusta aus.

 

 

 

 

 

 

Weiteres zur Geschichte der Straße:

Kaiser Claudius läßt die Via Claudia ab etwa dem Jahr 46 nach Christus ausbauen. Sie dient neben dem Warenverkehr und dem Truppentransport in diesem Riesenreich auch der schnellen Nachrichtenübermittlung. Letztere war ebenso wichtig wie in allen anderen Zeiten auch.
Die Straße diente aber auch der Festigung der politischen Macht des Kaisers. Rom war weit, aber auf  großen Meilensteinen konnte man das Bildnis des Kaisers betrachten. So wußte man, wem man zu huldigen hatte.

Diese Meilensteine dienten aber auch als Wegweiser und sie gaben Entfernungsangaben in Meilen bis zum nächst größeren Etappenziel an. 
So hatte in der damaligen Zeit der Reisende schon zusammen mit einfachen Straßenkarten und Reisehandbüchern wertvolle Hilfe auf seiner Reise.
Schutz bot eine "Gendamerie entlang der Straße.

Eine Römische Meile betrug etwa 1,5 Kilometer (genau 1478 m)

Die Breite der Straßen lag zwischen 5 und 7 Meter. Wobei beidseitig der Straße, wenn es das Gelände ermöglichte, ein 3 Meter breiter Streifen angelegt wurde. Im Gebirge baute man die Straße nicht breiter als 3 Meter. Die Trasse legte man so direkt wie nur immer möglich. Deshalb gibt es im Gebirge auch häufig steil ansteigende Strecken.  Nur so war es möglich Truppenverschiebungen und Nachrichtenübermittlungen durch Boten auf dem kürzestem Wege zu realisieren.

 

An besonders gefährlichen Stellen der Straße wurden sogenannte Geleisestraßen in den Fels geschlagen, oder der Straßenbelag mit  Rinnen versehen. Diese Geleisrinnen sind durch den starken Verkehr häufig tief durch die Räder der Wagen ausgeschliffen worden, so daß Radnaben auflagen und die Straße deshalb erneuert werden mußte.

Die Spurbreite des römischen Wagens betrug 107 cm, im Mittelalter 100 cm. Dadurch sind heute die Trassierungen der Römerzeit und des Mittelalters genau zu identifizieren.

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