DER BÖHMISCHE STEIG
DIE ALTE HISTORISCHE SALZSTRASSE

ZWICKAU - HARTENSTEIN

 

 

 © Wolfgang Trommer

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ZWICKAU - HARTENSTEIN

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Die Historische Salzstraße - "Der Böhmische Steig"  Von Zwickau bis Hartenstein

 

Vor den Toren der Stadt Zwickau befindet sich an der Bundesstraße B173 ein Denkmal für die Gefallenen eines preußischen Freikorps unter dem Rittmeister von Colomb, die von französischen Truppen während der Befreiungskriege hier aufgerieben worden sind.

Die an diesem Denkmal von der B173 abzweigende unscheinbare Straße muß also Anfang 19.Jahrhundert noch größere Bedeutung gehabt haben. Heute ist sie eine schmale Landstraße, die sich über die Höhen in Richtung Härtensdorf zur Bundesautobahn A72 schlängelt.

 

 

Etwas unscheinbar wird an der Hinweistafel für das Denkmal darauf hingewiesen , daß diese Straße ein Teilstück der alten Salzstraße von Halle nach Prag ist. Zu erreichen ist der Colombstein wenn man vom Markt der Stadt Zwickau an der historischen Postmeilensäule vorbei der Inneren und der Alten Schneeberger Straße bis zur Schedewitzer Brücke folgt. Über einen Fußweg flußabwärts erreicht man eine überdachte Holzbrücke, auf der man die Zwickauer Mulde überquert und hinauf nach Pöhlau wandert. Wer den Verkehr nicht scheut, der kann der B173 in Richtung Chemnitz folgen.

Der Wanderer wird es als angenehm empfinden, wie sich die alte historische Straße über die Höhen dahinschlängelt. Altstraßen folgen dem natürlichen Geländeprofil. Es bieten sich von den Höhen die herrlichsten Ausblicke hinauf zum Kamm des Erzgebirges, der irgendwann unser Ziel sein wird. In Härtensdorf wird die heutige Landstraße gequert. Die alte Salzstraße folgt nun der Bundesautobahn A72 in Richtung Chemnitz um bei der ehemaligen alten Raststätte die Bundesautobahn zu queren.

 

Wer noch ein Stück dem Feldweg entlang der Autobahn in Richtung Chemnitz folgt (gelbe Markierung), kann den Verlauf des Böhmischen Steiges weit verfolgen. Interessant ist, daß man als Markierungspunkt den Fichtelberg nahm. Man muß davon ausgehen, daß dieser höchste Berg der Region bereits auf der Strecke zwischen Altenburg und Zwickau als Fixpunkt galt. (Eine Trasse der Salzstraße verläuft unweit des Fichtelberges am Fuße des Bärensteines.)

Die Salzstraße verläuft nun auf direktesten Wege hinab nach Tschocken. Gleich nach der Autobahn sind alte Hohlwege im Dickicht zu erkennen, die den Verlauf der alten Straße verraten. Am Ortseingang von Tschocken verläuft die alte Straße in einem tiefen Hohlweg unter alten Bäumen, so daß man völlig unerwartet den Ort durch einen engen Straßenverlauf zwischen den Gebäuden erreicht.

Die wuchtige Kirche von Tschocken läßt darauf schließen, daß sie an der alten Salzstraße auch als Wehrkirche eine Funktion hatte. Bei Renovierungsarbeiten fand man im Mauerwerk der Kirche vermauerte Durchfahrten, die in ihrer Größe für Pferdefuhrwerke Durchlaß ermöglichten. Das läßt den Schluß zu, daß die Kirche von Tschocken zunächst Schutzburg war bevor sie zur Kirche wurde.

In Tschocken folgt man zunächst der alten Zwickauer Straße nach links bergan, um dann der nach rechts abbiegenden Poststraße zu folgen. Die Alte Salzstraße quert die neue Zwickauer Straße geradlinig, um als unscheinbarer Feldweg über die Höhen nach Hartenstein hinüber zu verlaufen. Als Ziel die kleine Kirche von Hartenstein vor Augen gehen wir auf direktem Wege dem Ort, der durch die Herstellung des gleichnamigen Adventsstern bekannt wurde, entgegen.

 

 

Zwickau

Die altehrwürdige Domstadt an der Zwickauer Mulde hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Die Tuchmacherei und der Handel damit aber vorrangig auch die Beteiligung am Silberbergbau machten die Stadt reich. Später, in der industriellen Revolution, erfolgte erneut ein Aufschwung für Zwickau durch den Abbau der Steinkohlevorkommen und durch zahlreiche Industriebetriebe.

Zwickau liegt an der alten Handelsstraße von Altenburg nach Prag. Man kann davon ausgehen, daß diese historische Straße unter einer Vielzahl alter Handelswege wesentlich zur Besiedelung des Erzgebirges und beigetragen hat. Aber auch das sogenannte polnische Geleis, der Handelsweg nach Breslau führte über Zwickau. So wurde Zwickau wichtiger Handelsplatz, und die Stadt war bereits im 16. Jahrhundert die größte Stadt Sachsens.

Die kulturelle Blüte der Stadt kommt in den Kunstschätzen des spätgotischen Domes St. Marien und den noch zahlreichen wertvollen Bürgerhäusern der Altstadt rund um den Markt mit seinem neugotisch umgestalteten Rathaus und dem Gewandhaus zum Ausdruck. Am Markt befindet sich auch das Geburtshaus des Komponisten Robert Schumann.

An der Postsäule am Tuchmarkt stößt der Wanderer auf neue und alte Verkehrsgeschichte:

Die nachgestaltetete Postsäule erinnert mit ihren Zeitangaben an die Beschwerlichkeit des Reisens in früheren Zeiten. Sie zeigt auch uns, wie viele Stunden wir bis zu unserem Ziel etwa wandern werden. Die alten Poststraßen folgten oft noch bis in das 19. Jahrhundert den alten Handelsstraßen. Und der Bahnhof der Vogtlandbahn zeugt von einem Verkehrsprojekt, das es ermöglicht, daß Nahverkehrsbahnen die Fahrgäste mitten in die Stadt befördern. Wir aber verlassen Zwickau in Richtung Süden auf der Alten Schneeberger Straße. An der Schedewitzer Brücke folgt man dem Fußweg flußabwärts an der Zwickauer Mulde bis zum Röhrensteig. Über die alte überdachte Holzbrücke quert man die Mulde. Auf einem Fußweg bergan erreicht man die Reinsdorfer Straße, die man nach etwa 2 Kilometern rechts abbiegend in die Pöhlauer Straße verläßt.

Über den Zwickauer Stadtteil Pöhlau erreicht man nach etwa 3,5 Kilometern den Colombstein und hat so die stark frequentierte Bundesstraße B173 gemieden.

1000 Jahre Verkehrswege: Neben der Autobahn A 72 zieht sich, dem Geländeprofil angepaßt, die Alte Salzstraße über die Höhen in Richtung Zwickau dahin.

Und dann wieder ist die Alte Salzstraße nur ein unscheinbarer Feldweg der hier unterhalb des Ochsenkopfes (434 m) über die Höhen von Tschocken nach Hartenstein verläuft.  -  Gutes Schuhwerk ist auf dieser Wanderung unbedingt erforderlich.

                   

Letzte Barbeitung:    16.09.2005      

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