DER BÖHMISCHE STEIG
DIE ALTE HISTORISCHE SALZSTRASSE

Hartenstein - Lößnitz

 

 

 © Wolfgang Trommer

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Hartenstein - Lößnitz

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Die Historische Salzstraße -  "Der Böhmische Steig"  von Hartenstein bis nach Lößnitz

Bevor der Markt von Hartenstein verlassen wird, soll der Blick in jedem Falle noch einmal hinauf zur Kirche gerichtet werden. Hier kann man den Verlauf der alten Salzstraße recht gut verfolgen.

 

Der Markt wird über eine steil abfallende Gasse verlassen. Es ist schwer vorstellbar, daß über diesen heute als Fußweg genutzten steilen Anstieg einst die Handelsreisenden das Zentrum von Hartenstein erreichten bzw Pferdefuhrwerke mit schweren Ladungen den Ort verlassen haben. Offensichtlich nutzten unsere Vorfahren den direktesten Weg. Das kann man dann am alten Forsthaus noch viel besser erkennen, denn hier sind auf

der Wiese noch die alten Hohlwege zu sehen, die uns noch heute den Verlauf der alten Straßen verraten. Generationen von Händlern haben mit den Wagenrädern diese alten Hohlwege ausgefahren und die Bodenerosion trug ebenfalls dazu bei, daß uns diese Spuren erhalten blieben. Auf dem Weg durch herrliche Wälder in Richtung Lößnitz kann man noch mehrmals diese zahlreich nebeneinander liegenden Hohlwege erkennen. Denn war ein Weg nicht mehr befahrbar, wurde einfach daneben ein neuer angelegt. So findet man hier im Wald bei Hartenstein oftmals bis zu 8 Wege nebeneinander. Auf dem linken Bild ist der Trassenverlauf in der Wiese erkennbar, auf dem rechten Bild erkennt man den Hohlweg rechts unterhalb des Hanges. Hat man oben auf den Höhen die neue Schnellstraße von Aue kommend

 

 

 

gequert, führt der Weg steil bergab und ist wieder von zahlreichen Hohlwegen flankiert. Dann erreicht man auf den Höhen von Lößnitz bald freies Feld. Unweit der alten Straße befindet sich der Edelhof Alberoda. Heute eine beliebte Ausflugsgaststätte, war es einst im

12. Jahrhundert eine Fliehburg mit einem Wassergraben umgeben. Noch heute sieht man dem Gebäude seine Wehrhaftigkeit an. Es ist erwiesen, daß viele der alten Wirtshäuser entlang der historischen Straße einst Warten waren, auf denen des Nachts mit Feuer den Reisenden der Weg gewiesen wurde und wo Zuflucht und Schutz mit wertvollen

    Alte Packlager erinnern daran, daß der Böhmische Steig als alte Straße bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts noch wichtiger Handelsweg war.

    Eine von alten Linden gesäumte Allee, führt den Wanderer auf der alten  Salzstraße von den Höhen hinab nach Lößnitz.

Wagenladungen gesucht werden konnte. Der Böhmische Steig verläßt nun die sicheren Höhenzüge und führt steil hinab nach Lößnitz um dann aber wieder den Höhenzügen entgegen zu streben.

Kleine Verkehrskunde im Fuhrmannsalltag

Die älteren Generationen haben den Transport mit Pferdefuhrwerken noch erlebt. Imposant war es, wenn der Fuhrmann die Pferde im Zügel hielt, wenn es galt eine schwere Wagenladung einen steilen Straßenabschnitt hinab zu bewegen. Damit die Pferde nicht scheuten, wenn der Wagen mit seinem Gewicht von hinten drückte und die Pferde keinen festen Tritt mehr fanden, griff der Fuhrmann ins Halfter und führte die unruhigen Tiere. Die Räder mußten auf steilen Wegabschnitten gebremst werden und schliffen nur noch auf der Straße.

In früheren Zeiten schob man Knüppel zwischen die Speichen der Wagenräder, um das Fuhrwerk auszubremsen. Später hatte man komfortablere Bremsen, die man entsprechend der erforderlichen Bremskraft dosiert anziehen konnte. Durch die schleifenden Räder schliff man die Wege an Steigungen mehr und mehr aus.

 

Lößnitz - "Hauptstadt" des Salzes...

Dem Rathausportal in Lößnitz kann man es ansehen: Die Stadt war wohlhabend. Man profitierte als Hauptstadt des Amtes Wildenstein von den Einnahmen an der Salzstraße. Man trieb die Salzsteuern ein. Das Geschäft funktionierte über Jahrhunderte prächtig, denn die Salzstraße wurde bis 1830 noch voll als Handelsweg genutzt. Als dann das Geschäft nicht mehr so recht funktionierte - die Eisenbahn minderte die Bedeutung der alten Straße -  versuchte man gegen die nicht gerade unbedeutende Stadt Halle noch am Anfang des 20. Jahrhunderts zu prozessieren, um die Salzsteuern einzutreiben. Das aber brachte leider keinen Erfolg mehr.

Heute feiert Lößnitz als Stadt des Handels mit Salz alle Jahre im Juni den Salzmarkt. Diese Veranstaltung soll an die alte Tradition des Salzumschlages auf dem Böhmischen Steig erinnern und vielleicht die derzeit triste Situation der Stadt nach der Wende durch die Belebung des Tourismus etwas zu verbessern helfen.

                   

Letzte Barbeitung:    03.10.2005      

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