DER BÖHMISCHE STEIG
DIE ALTE HISTORISCHE SALZSTRASSE

Elterlein - Schlettau

 

 

 © Wolfgang Trommer

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Elterlein - Schlettau

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Die Historische Salzstraße -  "Der Böhmische Steig"  von Elterlein bis nach Schlettau

 

Von Elterlein kommend strebt die Salzstraße den Höhen um die Brünlasgüter zu. Hier bieten sich ebenfalls schöne Aussichten zum Kamm des Erzgebirges. Markant die Gipfel des Scheibenberges, des Fichtelberges und des Bärensteines im ersten Licht des frühen Tages.

Erstes Ziel ist die Ausflugsgaststätte Finkenburg, diese Herberge bot wohl schon in früher Zeit den Reisenden auf dieser Handelsstraße Schutz, Kost und Logie. Unmittelbar hinter dem Gasthaus Finkenburg quert die Alte Salzstraße erstmalig die Rote Pfütze, einen Bach, der von einem nahen gleichnamigen Moor gespeist wird.

Hier nun am Stockholz finden sich zahlreiche tief eingeschnittene Hohlwege der Alten Salzstraße, die nun auf heute unwegsamen Terrain das Stockholz durchquert. Nach etwa 1 Kilometer ist dann der Verlauf der Salzstraße mit dem Verlauf der Landstraße nach Schlettau identisch. Kurze Reste von Hohlwegen sind auf der Höhe erkennbar. Der Wanderweg verläuft nicht auf gleicher Route. Der Wanderweg "Alte Salzstraße" quert das Stockholz etwas nördlicher und strebt dann Schlettau entgegen. Auch auf dieser Route bieten sich schöne Blicke auf den Erzgebirgshauptkamm.

Die kleine beschauliche Stadt Schlettau ist in langer Tradition mit dem Salzhandel zwischen Böhmen und Halle verbunden. Eine befestigte kleine Burganlage an der Roten Pfütze, an der die Salzstraße das Flüsschen querte, bot in bereits früher Zeit Schutz und Unterkunft. Später verdienten

 

die Herren von Schlettau am Salzhandel. Ihnen gehörte auch die Burg Hassenstein (Hasisteyn) in Böhmen, so daß Ihnen viel am flourierendem Handel mit Salz in ihrem Machtbereich gelegen war. So ist es auch nicht verwunderlich, daß gerade hier von Schlettau die rührige Initiative ausgegangen war die Salzstraße wieder zu beleben und zu einem touristischen Anziehungspunkt zu machen. Eine die deutsch - Tschechische Grenze überschreitende Wanderung, die alljährlich in der zweiten Juniwoche zusammen mit den Sächsischen Wander- und Bergsteigerverband zwischen Schlettau und der Burg Hassenstein (Hasistejn) organisiert wird soll auch der Verständigung zwischen Tschechen und Deutschen dienen.

Doch davon soll später noch einmal die Rede sein.

 

Wo nun verlief die Alte Salzstraße durch Schlettau. Verlief sie tatsächlich durch den heutigen Schloßpark am Schloß Schlettau vorbei, wo die Rote Pfütze überquert wurde, oder strebte sie den schützenden Stadtmauern der kleinen Stadt entgegen. Genau weiß man es nicht. Aber es wäre denkbar, daß jenes schmale Gäßchen und eine schmale Durchfahrt durch ein Gebäude an der Hauptstraße des Ortes einst der Verlauf der Alten Handelsstraße gewesen war (Foto links). Keine Strecke durchquert Schlettau und die Rote Pfütze von der Finkenburg aus direkter als der Verlauf dieser engen Gasse, und gerade das ist man vom direkten Verlauf der Salzstraße gewohnt.

Vieles liegt im Dunkel der Geschichte. Und leider ist auch in den Archiven wenig zu finden. So sind die Hohlwege in den Wäldern des Erzgebirges und wenige Urkunden, die den alten Weg erwähnen, das wenige, was der Nachwelt überliefert blieb.

War diese schmale Gasse und die Durchfahrt durch das gegenüberliegende Haus der Verlauf der Alten Salzstraße durch Schlettau? Wir wissen es nicht, doch der direkte Verlauf der alten Straße auf dieser Strecke wäre denkbar.

Finkenburg, Fynkenburg oder Funkenburg

Der genaue Zeitpunkt der Entstehung des böhmischen Steiges liegt im Dunkel der Geschichte. Ist auch die erste Erwähnung der Alten Salzstraße in einer Urkunde der Marienkirche zu Zwickau im 11. Jahrhundert nachgewiesen, der Böhmische Steig hat vielleicht schon den Kelten als Handelspfad gedient.

Das Reisen in diesen frühen Zeiten muß hart und beschwerlich gewesen sein. Es gab keinen Schutz vor den Unbilden der Natur, keine Vorsorge bei Krankheit, und wer sich unter dem fahrenden Volk befand und wer am Handelsweg wem auflauerte war auch Sicherheitsrisiko genug.

So ist es nicht verwunderlich, daß die Herren des jeweiligen Gebietes für Schutz entlang dieses Handelsweges sorgten. Sie setzten sogenannte Lokatoren ein (Locus - lat. Ort), die vor Ort  für die entsprechende Sicherheit und den Schutz der Reisenden sorgten. Die Lokatoren waren auch verantwortlich für die Organisation und die Begleitung von Siedlungstrecks. Wie wir wissen war der Böhmische Steig auch Siedlungsrampe, über den die Region besiedelt worden ist. Diese Lokatoren bewirtschafteten feste Häuser. Entlang der Salzstraße ist das wohl bekannteste Haus eines Lokators der Edelhof Alberoda, der im 12. Jahrhundert entstand. Das trutzige Gebäude, das heute als Gaststätte dient ist aus Naturstein erbaut und war einst sicherlich ein turmartiger Bau. Umgeben war der Edelhof Alberoda einst von einem Wassergraben, dessen Reste heute noch deutlich erkennbar sind.

Aber auch die Kirche von Tschocken könnte eine solche Fliehburg gewesen sein, bevor aus dem Bauwerk die Kirche des Ortes Tschocken wurde. Bei Bauarbeiten an der Kirche fand man im Mauerwerk verbaute ehemalige Durchfahrten, Tore durch die ein Pferdefuhrwerk fahren konnte.

Ebenso fällt auf, daß entlang der Salzstraße an exponierten Stellen alte Gasthöfe stehen. So beispielsweise in Härtensdorf an der Bundesautobahn A 72 und der alte Rasthof wenige Kilometer weiter. Waren dies ebensolche Warten? So könnte die Bezeichnung Finkenburg auch als Funkenburg gedeutet werden. Dies würde auch hier in der Nähe des Moores auf ein Gebäude schließen, daß den Reisenden in der Nacht den Weg durch Feuer auf dem turmartigen Bauwerk gewiesen haben könnte.

 

                   

Letzte Barbeitung:    03.10.2005      

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