WANDERERLEBNISSE
IN SACHSEN


RABENAUER GRUND

D I E   W A N D E R S E I T E N   D E R   F A M I L I E   T R O M M E R
© Wolfgang Trommer

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LETZTE AKTUALISIERUNG:

02.01.2014

 

 

DIE SOMSDORFER KLAMM

Die Somsdorfer Klamm ist wieder begehbar

 

Nicht weit muß der Wanderer nach der Vereinigung der beiden Zugangswege von Coßmannsdorf aus in den Rabenauer Grund gehen, bis er den Eingang zum Kletterstieg Somsdorfer Klamm erreicht. Die beiden Pfade sind nur schwer zu erkennen. Am besten man achtet auf die gelbe Markierung und ein Schild "Begehen auf eigene Gefahr". Hier sollte nur der Wanderer den Weg gehen, der über eine ausreichende Trittsicherheit und Erfahrung auf derart Klettersteigen verfügt.

Nach wenigen Schritten befindet sich der Wanderer weit ab vom hektischen Wochenendbetrieb auf dem Wanderweg im Rabenauer Grund. Ein schmaler Pfad steigt neben dem Wildbach bergan. Hier in der Klamm ist noch fast unberührte Natur. Der Steig wurde um 1894 von einem Franz Dietel angelegt. Offensichtlich befindet er sich in einem guten Zustand, der sicherlich durch Arbeiten in den letzten Jahren erreicht wurde.

Exponierte Stellen an der Felswand werden auf Brettern absolviert. Etwas zu lose gespannte Ketten sollen Sicherheit bieten, sind aber eher unsicher. Ist dieser wilde Abschnitt in dem einmaligen Bacheinschnitt in den Freiberger Granit absolviert, geht es auf zahlreichen Steinstufen entlang der Felswand, der Teufelskuppe oder auch -kanzel, steil bergan. Wenn auch nicht mehr wie am Bach so ist auch diese Strecke mit Eisenketten gesichert. Wer es unbedingt braucht, kann noch an Ketten auf die Teufelskuppe oder auch -kanzel aufsteigen. Der wagehalsige Kletterer wird mit einem Blick in die Tiefe des Rabenauer Grundes belohnt. (Aber immer daran denken, man muß auch wieder runterklettern!) Wir verzichten auf diese Einlage, denn an unserem Wandertag ist der Fels naß und rutschig.

 

In der Stille dieser einsamen Klamm kann man viel beobachten, wenn man sich Zeit dazu nimmt. Da füttert der Altvogel sein Junges, das wohl gerade aus dem Nest geflogen ist. Aus einer Baumhöhle heraus schimpft ein anderer Vogel, der uns wohl vom Standort seines Nestes vertreiben möchte. Aus der Ferne ruft der Kuckuck. So sind wir doch Störenfriede in dieser wildromantischen Naturidylle, auch wenn wir uns ganz stille verhalten. Bald verlassen wir die Klamm mit ihren steil aufragenden Felswänden und ihrer einmaligen Stille und Schönheit. Der Weg wird nach der Teufelskanzel bald flacher und durch einen Wald- und Wiesengrund erreichen wir Somsdorf.

 

 

Wieder absteigen  kann man über Somsdorf nach Coßmannsdorf. Wir aber wandern über die Höhenstraße hinüber nach Lübau.

Weit geht der Blick über das Land. Im Nordosten Freital mit dem Windberg, im Osten schlängelt sich in vielen Windungen das grüne Band des Rabenauer Grundes und auf den Höhen grüßt die alte Stuhlbauerstadt Rabenau herüber.

Diese Straße ist Teil eines sehr alter Verkehrsweges von Meißen über das Erzgebirge, dessen genauer Verlauf heute im Dunkel der Geschichte liegt. Bekannt ist, daß der Verlauf der Straße durch die Dippoldiswalder Heide und vom Götzenbusch kommend den Rabenauer Grund erreichte.

In Lübau kann man die Straße hinab zur Rabenauer Mühle nehmen. Hier querte die alte Straße im Schutz einer einstigen Burg den Rabenauer Grund (Heute steht auf dem Burgfelsen ein Werk, das teilweise auf den Grundmauern der alten Burg ruht). Das Werk knüpft mit zahlreichen Stuhlbauerbetrieben an die seit dem

16. Jahrhundert währende Tradition des Stuhlbaues an. Darüber kann man sich auch im Stuhlbauermuseum der Stadt Rabenau informieren.

Wie schon an anderer Stelle erwähnt malte an der Rabenauer Mühle Ludwig Richter seinen Brautzug im Frühling, der uns noch heute einen Eindruck von der Beschaffenheit der alten Straße gibt.

Wer es noch einmal still und romantisch mag, der wird durch das Lübauer Gründel hinab zum Rabenauer Grund wandern. Man erreicht dann aber den Rabenauer Grund erst in der Nähe von Spechtritz, so daß der Rückweg bis Freital nochmals ganz schön weit ist, wenn man nicht die Bahn in Anspruch nimmt.

Auch auf dieser Wanderung wird uns wie in der Somsdorfer Klamm deutlich, daß die einstige Schönheit und Stille im Rabenauer Grund mit dem Hochwasser vergangen ist. Das Wasser fließt nicht mehr zwischen den Flußsteinen dahin. Die Rote Weißeritz hat sich je nach Wassermenge aus der Talsperre Malter in einen tosenden Kanal verwandelt. Das schattenspende Laubdach der alten Bäume ist nicht mehr. Der neue Weg gleicht mehr einer Forststraße, in die die Flußsteine verbaut wurden.

 

 

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