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 Erste Erfahrungen im Bergsteigen

 
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Das Bergsteigen gehörte eigentlich nicht zur Ausbildung in unserer Lehre,
aber es gab den Sportunterricht.
Unser Sportlehrer war Conrad, ein stets lustiger und lockerer Typ, der für sein Leben gerne in die Berge hinauszog.
So machte er uns eines Tages den Vorschlag einige von uns zu einer Bergtour in das Elbsandsteingebirge mitzunehmen.

An einem Samstag zogen wir dann, noch halb in der Nacht, von Rabenau los. Es ging ins Bilatal. Wir hatten ganz schön an dem mitgebrachten Proviant zu schleppen, der war aus der Schulküche.

Sogar Gurken, damals ein rarer Artikel, hatten wir auftreiben können.
Wir waren aufgeregt und voller Tatendrang und harrten der Dinge die da kommen sollten.

Conni gelang es gleich hinter Königsstein einen LKW anzuhalten, und so brauchten wir die lange Strecke bis ins hintere Bilatal nicht zu laufen.
Conni hatte auf dem LKW gleich Gelegenheit auf der Gitarre, von ihm liebevoll Wimmerholz genannt, Wanderlieder zu spielen.

Übernachtet haben wir in der Wanderherberge in der Ottomüle. Diese Herberge bot uns Unterschlupf in einer Scheune, spartanisch ausgestattet mit Doppelstockbetten. Aber es war schön, abenteuerlich und preiswert.

Unser Sportlehrer
hatte nach der Tour mächtigen Ärger mit der Schulleitung.
Wegen der Gefahren, dennen er uns aussetzte, wie er  später  erzählte.
 

 

ZURUECK

Das Klettern selbst war eine aufregende Angelegenheit.  Es wurde genau auf die geforderte Sportlichkeit beim Klettern im Sandsteinfels geachtet, und das bedeutete kein Knien, und kein Krauchen im Fels. Die Knie durften schon mal zittern, und das taten sie auch an schwierigen Stellen in der Wand.

So „bezwangen“ wir einige Klettergipfel an diesem Wochenende. Ich erinnere mich noch an die Johanniswacht und den Schusterturm.

Als einziges Mädchen war Helga K. mitgekommen. Damit hatte Conrad ein Problem denn er hatte uns eine Morgentoilette im Wasser des eiskalten Nixentumps versprochenen.
Unweit des Wanderquartieres gab es einen kleinen Weiherdiesen Namens, und in dem wollten wir am frühen Morgen baden. Aber eben ohne Badesachen, wie es zünftig ist.

Um das Problem zu lösen durfte Helga morgens das Frühstück vorbereiten, während wir uns für die einzige Dame im Bunde landfein für die nächste Kletterpartie machten...
Helga sagte mir kürzlich am Telefon, daß sie es noch immer nicht so recht verschmerzt hat von dem Bade ausgeschlossen worden zu sein. 
Warum wohl?

Wir sind verschämt und ganz, ganz schnell nackt in die Fluten gesprungen.

x   Verfasser:
Wolfgang Trommer    07973  Greiz
Alle Rechte dem Verfasser vorbehalten
© WolfgangTrommer