AN DER SEIDENSTRASSE MITTELASIENS

    Samarkant Teil 1

 

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TASCHKENT      

CHIWA-Seite 1

CHIWA -Seite 2

FERGANATAL

SAMARKANT- 1

SAMARKANT- 2

BUCHARA

DUSCHANBE-PAMIR

ASCHCHABAD

 

Durch die Erzählungen des Marco Polo und andere Schriften und Berichte von der Seidenstrasse wird es für viele Menschen ein Traum sein einmal diese Mittelasiatischen Metropolen der Kunst, Kultur und des einstigen islamischen Glaubens kennen zu lernen.

Und nun  war man da selbst in dieser traumhaften Stadt Samarkant! Das kleine etwas betagte und unangenehm laut brummende Flugzeug der AEROFLOT hatte den schwefelgelben Dunstschleier über der Wüsten- und Steppenlandschaft durchstoßen und war auf dem kleinen Flughafen Samarkants gelandet.

Es war bereits sengend heiß an jenem Morgen als uns der Intourist-Bus zum Hotel brachte. Eine Dolmetscherin versuchte eifrig die gesamte Geschichte Samarkants auf der Fahrt durch die Stadt in uns hinein trichtern zu wollen. Ein wenig ist es ihr vielleicht gelungen, denn auch ich muß nun auf zwei Seiten Samarkant im Eilzugtempo beschreiben.

 

In der sengenden Hitze des Nachmittags fahren wir hinaus in die Steppenlandschaft zu den Afrasiab-Hügeln. Glutheiß reflektiert der Steppensand die Hitze des Tages. Wir besuchen die Ausgrabungen des alten Samarkant, das sich im Altertum wohl Maracanda nannte. Man vermutet, daß unter allen Schichten der Ausgrabungen die sogdische Hauptstadt Maracanda verborgen liegt. Viel ist nicht geblieben von Maracanda, denn die mächtige und reiche Stadt zog die Eroberer an. Araber, Türken und Mogolen eroberten die Stadt. Die Mongolen zerstörten sie so nachhaltig, daß das Rom des Ostens sich davon nicht mehr erholte. Die Stadt wurde an anderer Stelle wieder erbaut, und gerade hier erhielt sich das Mongolenreich am längsten.

Timur, auch als Tamerlan bekannt eroberte im 14. Jahrhundert mit seinem Heer ein riesiges Reich, das von Indien bis Palästina, Kleinasien und Südrußland reichte. Der Herrschaftszeit Timurs verdanken wir die heute in aller Welt bekannten Bauten Samarkants.

Mutige Leute und Abenteuerer zog Samarkant nun an. Sie hatten vom unermeßlichen Reichtum Tamerlans gehört, dem man nachsagt Berge aus Schädeln seiner getöteten Feinde aufgerichtet zu haben.

Nach dem Zerfall des Timuridenreiches eroberten die Usbeken Samarkant. Es erlebte bis zum Niedergang nochmals eine Blütezeit.

Die Ausgrabungen im alten Maracanda brachten interessante Tatsachen zum Vorschein. So zeigen alte Fresken, daß es sehr wohl einen regen Austausch zwischen Mittelasien und dem Reich der Mitte gegeben hatte. China war also doch nicht so abgeschottet, wie man das in Europa angenommen hatte.

Vom Afrasiab-Hügel fahren wir zum wohl einzigartigsten Bauwerk Samarkants. Es ist die Nekropolis Schah-i Sinda, was soviel wie lebender Herrscher bedeutet. Hier soll der Cousin des Propheten Mohammed, Kussam Ibn Abbas begraben sein und nach der Legende noch unter der Erde weiter leben. Zahlreiche Mausoleen siedelten sich an dieser einzigartigen Gräberstrasse an. Sie gehörte zu den ranghöchsten Pilgerorten nach Mecka. Der Besucher ist fasziniert von der Schönheit der Ornamente aus schlichten Ziegelsteinen und fabigen Majolikakacheln. Dominierend ist das Mausoleum des Kadi-sade Rumi im Eingangsbereich der Nekropolis. Die Pilger überwandten zunächst eine steile Treppe auf der sie Stufe um Stufe eine Koransure beteten.

 

Vom erhöhten Standort der Moschee des Chasret-Chysyr, die auch zu Sowjetzeiten als Gebetshaus diente, hat man einen einmaligen Blick auf die Kuppeln von Schah-i Sinda und auf die Silhuette von Samarkant mit ihren orientalischen Baudenkmälern aus der Timuridenzeit.

 

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Man sagt, daß man durch die ganze Welt reisen,

sich die Pyramiden anschauen und das Lächeln der Spinx bewundern kann.

Du kannst das weiche Singen des Adriawindes hören und ehrfurchtsvoll vor der Akropolis knien.

Du kannst von Rom und seinem Kollosseum gefangen sein,

entzückt sein von Notre Dame in Paris oder dem alten Mailänder Dom.

Aber wenn Du einmal Samarkant gesehen hast,

wirst Du immer von seiner Magie

verzaubert bleiben.

(Dichter unbekannt)

 

 

 

 

 

  

 

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         Letzte Aktualisierung 27.12.2007

 

x  © Wolfgang Trommer

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