AN DER SEIDENSTRASSE MITTELASIENS

    Chiwa Teil 2

 

INDEX

FRONT-MITTELASIEN

ALMA-ATA

TASCHKENT      

CHIWA-Seite 1

CHIWA -Seite 2

FERGANATAL

SAMARKANT-Seite 1

SAMARKANT-Seite 2

BUCHARA

DUSCHANBE-PAMIR

ASCHCHABAD

 

Der Nachmittag gehört noch einmal der schönen Stadt Chiwa. Auf dem Basar kann man sich von der Faszination eines orientalischen Basars verführen lassen. Berge von Melonen schmücken den Platz farbenfroh. Eine Unmenge von Zwiebeln und anderem Gemüse wird feil geboten. Der eine Händler will mir einen Tisch, der andere eine "nicht mehr ganz neue" Pelzmütze aufschwatzen. Es ist nicht leicht aus diesem Handel zu entkommen. In der Markthalle hängen riesige Störe zum Verkauf. Ehe man sich versieht hat man einen in der Hand. Aber nein danke, bis nach Hause ist es doch so weit ...

Am späten Nachmittag steht unser Bus vor den Toren Chiwas  bereit. Voller Eindrücke heißt es Abschnied nehmen von der Stadt der tausend Lichter

Ein Feldherr Namens Syl soll Chiwa gegründet haben. Als er auf einem Feldzug hier rastete, träumte er, daß 1000 Lichter um ihn herum brannten. Er ließ die Stelle markieren und einen Brunnen graben, als er siegreich vom Feldzug zurückkehrte. Viele Märchen und Sagen umranken diese Stadt, deren Farben Blau und Gelb sind. Das Blau der Majolikakacheln wetteifert mit dem Blau des Himmels. Dazu bilden das Gelb der Lehmmauern aller Bauwerke und der Staub der Wüste, der durch die engen Gassen fegt, einen einmaligen Kontrast.

Die vielen Herrscher sind vergangen. Von ihnen zeugen nur noch ihre Grabmähler und die prächtigen Bauwerke, die sie einst erbauen ließen. Aber die Werke der Menschen, die diese Bauwerke erbauten, leben in diesen fort. Ein Menschenschlag, dessen Gesichter von vielen Völkern und Rassen geprägt wurde, die als  Eroberer, Händler oder Sklave hierher gekommen sind. Als ich Chiwa besuchen konnte hatte sich dieser Menschenschlag seine Sitten und Gebräuche erhalten können. Mir war damals bewußt, daß es dieses noch mittelalterlich geprägte Chiwa nicht mehr ewig geben wird. Wer möchte schon heute noch in bescheidenen Lehmhütten leben.

Bei meinem Abschied von Chiwa war mir klar, daß die Stadt einmal eine Museumsstadt sein wird. Dann wird das pulsierende Leben in den Gassen verschwunden sein und die letzte in ihrer ganzen Originalität erhaltene mittelasiatische Metropole wird eine sterile Museumsstadt sein.

 

 

aaaaaa

 

 

 

 

qqq

         Letzte Aktualisierung 30.12.2007

 

x  © Wolfgang Trommer

x