GREIZ im Kalenderblatt August 2007

 


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Greizer Sporttraditionen

 

 

 

Die Stadt Greiz kann auf eine erfolgreiche Sporttradition zurück blicken, denn nicht wenige Greizer Sportler brachten es zu sportlichen Höchstleistungen.

Nach dem ersten Weltkrieg entwickelte sich in Greiz der Sport sehr schnell. Turnhallen und Sportstätten schossen wie Pilze aus dem Boden. Viele der Turnhallen und Stadien wurden in Eigenleistung aufgebaut. Die zahlreichen Sport- und Turnvereine trennten sich in Arbeitervereine und bürgerliche Vereine. So hatte schon der Vorort Irchwitz eine Turnhalle des Arbeitersportvereines und eine Turnhalle des bürgerlichen Spotvereines. Die Arbeiterturnvereine wurden während des Dritten Reiches verboten bzw. gleichgeschaltet.

Auch das Schmuckstück sportlicher Investitionen, welches durch Arbeitseinsätze der Sportler in einer ehemaligen Sandgrube am Hainberg geschaffen wurde, kann vorgezeigt werden. Als "Turnerschaft" gegründet und 1930 eingeweiht, war die Sportschule "Kurt Rödel" zu DDR-Zeiten viele Jahre Bezirkssportschule des DTSB. Mancher der in dieser Einrichtung trainierten Sportler brachte es in seiner Laufbahn zu sportlichen Höchstleistungen. Noch heute bietet sie Raum für Sportwettkämpfe in der Stadt Greiz.

Ein weiteres Novum war die Schwimmhalle der Stadt Greiz, dessen Schwimmbecken in der oberen Etage platziert war. Leider fiel dieses Hallenbad, das heute fast 50 Jahre alt wäre dem  Monopoli der Nachwendezeit wegen "Baufälligkeit" zum Opfer. Generationen von Schülern lernten hier im stark mit Chlor angereicherten Wasser unter den Schwimmlehrern und Sportlern Escher und Hoffmann das Schwimmen. Wenn eine Tatsache auch nur sehr schwach über den Abriß hinwegtröstet, die festen Mauern der Schwimmhalle trotzten den Abrißarbeiten, bevor sie einem Einkaufstempel Platz machten, über dessen Schönheit gestritten werden kann.

Greiz war insbesondere eine Ringerhochburg, für die Namen wie Lässig und Hüttner und Hoffman stehen. Aber auch Turner wie Walter Rahnfeld und Kurt Rödel und nach dem Krieg Lätzer, Gypser und Fülle trugen sich in die Listen der Höchstleistungen ein.

Für den Fußball steht der Name Schlutter, der sich für den Fußballsport in der Stadt Greiz verdient engagierte und damit soll es der Namen genug sein, denn schnell wurde einer vergessen.

 

 

Auch Schwimmer und Radprofis sorgten international für sportliche Höchstleistungen.

Noch nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Turn- und Sportfeste in der Stadt Greiz noch große Ereignisse. Männer in weißen Turnanzügen marschierten ins Sportstadion Aubachtal. Für die Schuljugend war es Pflicht an diesen Sportfesten teilzunehmen.

Auch wenn ich eher unsportlich war, am Turnhemd oder Trainingsanzug trug ich ebenso wie all die anderen stolz das Emblem mit dem "R" für den Sportverein "Rotation" der Stadt Greiz.

 

 

Turnfest in Greiz-Irchwitz vor dem Zweiten Weltkrieg

 

Der begabte Sportlernachwuchs wurde bald nach dem Zweiten Weltkrieg in Trainingszentren trainiert. Die kleine DDR lechzte nach Höchstleistungen und internationaler Anerkennung. Was politisch und wirtschaftlich nicht so recht gelingen wollte, sollte die sportliche Leistung

kompensieren.

 

 

Männerstaffel  vor der neu erbauten Turnerschaft

 

Durch die Abwanderung in die Trainingszentren verloren die Sportvereine ihre besten Sportler und siegten auf niedrigerem Niveau. Die Sportfeste wurden seltener und verschwanden ganz. Denn wieder wurden die Sportvereine gleichgeschaltet. Einmal noch kämpfte die Greizer Fußballmanschaft in der DDR-Liega, und wir fuhren begeistert in Sonderbussen mit zu den Austragungsorten der Fußballspiele.

Nach der politischen Wende schickte sich Greiz wieder an Ringerhochburg zu werden. Doch leider fehlt es an Sponsoren. Wir wissen, die Industrie hat sich rar gemacht in Greiz, und so sind auch potenzielle Sponsoren sehr rar.

 

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© Wolfgang Trommer