GREIZ im Kalenderblatt Mai 2005

 

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Bahnhof und Postamt


 

© Wolfgang Trommer


 

 

Bahnhöfe waren in der Zeit der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts der Stolz der Städte. Wen wundert es, daß sich damals rund um den Bahnhof Leute ansiedelten, die es sich leisten konnten. Die Neustadt von Greiz mit ihren mächtigen Villen und prunkvollen Fassaden ist in dieser Zeit entstanden. Wer also mit dem Zug auf der Elstertalbahn in Greiz angekommen ist, dem zeigte sich die Stadt Greiz auf dem Weg in die Stadt von seiner allerbesten Seite.
Und heute? Heute ist die Greizer Neustadt fast menschenleer. Die Zweckbauten sind unbenutzt die Villen sind zu einem großen Teil unbewohnt und in einem jämmerlichen Zustand. Das altehrwürdige Gebäude des Bahnhofes sieht nur noch wenige Reisende. Und wo man einst schick im Bahnhofsrestaurant einkehrte, ist heute kein Bedarf und deshalb ist das Bahnhofsrestaurant schon lange geschlossen.

Das Postamt hatte in Greiz viele Standorte, und eine Poststelle gab es nach zähem Ringen erst dann als der Fürst in den Reichsgrafenstand erhoben worden war. 1780 bis 1802 beschränkte sich der Postdienst auf Briefpost. 
Die Poststelle befand sich am Topfmarkt (jetzt Burgplatz) im Haus, das die heutigen Greizern mit dem Geschäft Samen Seydel in Verbindung bringen. Nach dem Stadtbrand von 1802, dem auch das Haus mit der Poststelle zum Opfer gefallen war, zog die Post erstmals in die Neustadt um - in ein Gartenhaus. Die ungünstige Lage dieser "Poststelle" veranlaßte den Umzug auf den Markt, um nach Neubau des Hauses am Topfmarkt den alten Standort wieder zu beziehen.
Mit dem industriellen Aufschwung in Greiz im 19. Jahrhundert und dem vielfach höherem Postverkehr bestand der Bedarf für ein größeres Postgebäude, das 1886 in der Neustadt eingeweiht wurde. Es hatte einen großen Schalterraum, eine separate Paketannahme und für die damalige Zeit die modernste Telefon- und Telegrafenstelle Deutschlands, die bis 1989 bestens funktionierte. Ende der Neunzigerjahre wurde das Postamt in einer wesentlich kleineren Variante wieder in der Altstadt angesiedelt. Damit ist die Greizer Poststelle sogar wieder in ihr altes Straßenkarrè zurückgekehrt.