GREIZ im Kalenderblatt Januar 2015

 


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    Stolpersteine

 

 

 

Am 20. Januar 1942 kamen in einer Villa am Wannsee hochrangige Vertreter des NS-Regimes zusammen um die Deportation und Vernichtung der Juden in ganz Europa zu besiegeln und zu organisieren. Heute erinnern in vielen Städten Deutschlands die sogenannten Stolpersteine vor Wohnhäusern an diesen Hollocaust an den Juden. Initiert wird die Aktion von dem Künstler Gunter Demnig, der auch in Greiz die Stolpersteine vor Häusern, in denen Juden bis zur Deportation lebten, in den Gehweig installierte.

Greiz hatte keine ausgeprägte zahlreiche jüdische Bevölkerung. Es gab keine jüdische Gemeinde. Man fuhr nach Roßbach, heute in Böhmen, und später, nach dem Bau einer Synagoge, nach Plauen / V.

Es gab verschiedene Möglichkeiten der Vernichtung zu entrinnen. Wer Geld und Wertsachen hatte, konnte auf diese Werte verzichten und ausreisen. Wer nichts besaß hatte keine Chance.

 

Die jüdische Bevölkerung war in der Bürgerschaft von Greiz vom Unternehmer, über einfache Leute, vom Kaufhausbesitzer bis zum Besitzer eines Kramladens vertreten. Die Juden waren bis zum Dritten Reich geschätzte Bürger der Stadt Greiz. Aber zu allen Zeiten gab es auch Vorurteile gegen Juden. Mit der Machtübernahme Hitlers jedoch spürten diese Menschen immer mehr die Repressalien der Bevölkerung und der NS-Elite der Stadt. Viele Juden, die es sich leisten konnten wanderten aus. Wer nur bis Westeuropa auswanderte, den holte der Mechanismus der Vernichtung mit dem Vorrücken der Wehrmacht wieder ein. Amerika war am sichersten, doch das konnten sich nur wohlhabende Juden leisten zudem mussten die strengen Einreisebeschränkungen der USA überwunden werden. Ein letzter verzweifelter Versuch war die Flucht in die Schweiz. Doch das Überschreiten der stark bewachten Grenze brachte die Menschen eher nur schneller ins Lager.

Es muss für diese Menschen ein Bangen und Hoffen gewesen sein. Vielleicht würde es ja nicht so schlimm werden. Doch nach und nach griff die Vernichtungsmaschinerie zu. Die einfachen Leute wurden zunächst unter schlechten Bedingungen in Baracken auf den Zettelwiesen bis zu ihrer Deportation untergebracht. Manchmal haben sie da noch nicht geglaubt, was ihnen noch bevorstand. Die Spuren sind längst verschwunden. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen die nächsten Verlierer aus dem Osten. Den Flüchtlingen dienten die Baracken lange Zeit als Notunterkünfte. Später dienten sie als Notlager von Greizer Betrieben. Heute sollen die Stolpersteine als Mahnmahl und Erinnerung dienen. Doch in der ganzen Welt, so scheint es, hat keiner aus den damaligen Ereignissen gelernt und so geht das Morden Töten und Geldverdienen im Waffengeschäft munter weiter.

 

 

 

 

    Das Kaufhaus Tietz war in jüdischen Besitz und erfreute sich allgemeiner Beliebtheit bei den Greizer Kunden. Als die Repräsalien gegen die jüdische Bevölkerung begannen, mieden viele Menschen fortan das Kaufhaus..

 

    Die Besitzer der Firma Müller und Kramer wurden enteignet und Treuhänder eingesetzt.

    Die Setzung der Stolpersteine wurde mit einer Gedenkveranstaltung begangen.

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© Wolfgang Trommer