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Tag der offenen Tür

Vogtlandhalle (neue Greizer Stadthalle) im Goethepark der Greizer Neustadt

Nun sind die Gerüste und Bauplanen am neuen Theater der Stadt Greiz, daß sich nun nach mehrheitlichem Entscheid "Vogtlandhalle" nennen darf, gefallen. In einer Eröffnungsveranstaltung wurde die Vogtlandhalle von am Bau beteiligten und viel Prominenz aus Stadt und Land darunter die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht am Freitag, den 18.03.2011 feierlich eröffnet. Am darauffolgenden Tag fand eine bereits vorher ausverkaufte Eröffnungsveranstaltung mit der Vogtlandphilharmonie und namhaften Künstlern statt. Am Sonntag hatte die Bevölkerung an einem Tag der offenen Tür Gelegenheit unter kundiger Führung das Haus zu besichtigen.

 

 

 "Schlicht in der Form, groß in der Ausstrahlung - ich freue mich auf ein großes Bauwerk hier an traditionsreichem Ort", so die damalige Finanzministerin und jetzige Landtagspräsidentin Birgit Diezel beim ersten Spatenstich zu diesem neuen Musentempel in der Stadt Greiz und sie flocht in ihre Festrede ein, daß ihre Großmutter immer vom "Tivoli" erzählte, wie das jetzige allmählich marode werdende Greizer Theater einst genannt wurde.

Landrätin Martina Schweinsburg wünschte dem Bau einen unfallfreien Bauverlauf und Gottes Segen. Es ist wie man sieht alles gut gegangen. Der Bau wird ein Schmuckstück auf der einstigen Prachtstraße in der Greizer Neustadt sein. Das Gebäude paßt sich sehr gut in das Straßenbild ein.

Der Bürgermeister der Stadt Greiz Gerd Grüner (SPD)  ließ es sich nicht nehmen persönlich Besucher unter seiner sachkundigen Kenntnis vom Werden des Baus und allen technischen Details des fertigen Hauses durch den neuen Musentempel zu führen.

Im  Vorfeld hatte der Alleingang einer Besichtigung der Baustelle"Vogtlandhalle" durch die Stadtratsfraktion der CDU  für große Verstimmung unter der Bevölkerung gesorgt. Man war konzeptionslos, eigentlich gar nicht berechtigt über die Baustelle zu führen und dem Besucheransturm nicht im geringsten gewachsen. Nun ja der kleine Partner der SPD im Stadtrat wollte halt auch etwas vom "Kuchen" des politischen Erfolges abhaben. Das schlug leider mal wieder so richtig fehl und brachte eher Minuspunkte.

Nun aber bekam Gott sei Dank jeder Bürger die Möglichkeit sich einen geordneten Eindruck von diesem schönen neuen Haus zu machen. Viele Menschen waren gekommen und warteten geduldig und diszipliniert auf Einlass und Führung durch die Vogtlandhalle. So viele Menschen hatte die altehrwürdige Carolinenstraße vielleicht letztmalig zu einer Maidemonstration gesehen, als die Straße noch Ernst-Thälmann-Straße geheißen hat. Zukünftig wird man diese Straße durch die Vogtlandhalle und andere Veranstaltungen sicherlich wieder mehr beleben können. Der Greizer Neustadt tut eine Wiederbelebung not.

22 Millionen Euro wurden für den Neubau durch das Land Thüringen und aus dem Haushalt des Kreises bereitgestellt. Was daraus geworden ist kann sich sehen lassen. 2004 schrieb die Stadt Greiz europaweit einen  Architektenwettbewerb aus, den ein Erfurter Architektenbüro gewann. Das Ergebnis des Architekten Felix Harbig kann sich wahrlich sehen lassen:Durch den nicht mehr amtierenden Minister Trautvetter wurde im Frühjahr 2008 neben einem Fördermittelbescheid über 3,1 Millionen Euro noch ein zinsloses Darlehen von 8,7 Millionen Euro ausgereicht. Dazu bestätigte die Ministerin Birgit Diezel nochmals die Ausreichung von etwa 1,0 Million Euro. Dadurch muß die Greizer Freizeit-und Dienstleistungs-GmbH, die Bauherr ist, nur noch rund 1,8 Millionen Euro Kredit auf dem freien Kapitalmarkt aufnehmen, und nicht zu vergessen, die GFD (Greizer Freizeit-und Dienstleistungs-GmbH) wird über die Stadt Greiz den ausgreichten zinslosen Kredit über 8,7 Millionen Euro zurückzahlen müssen.

Außen besticht das Haus durch riesige Glasfronten, die auch aus dem Haus heraus für beindruckende Sichten auf die Greizer Neustadt sorgen. Ob nun diese Klinkerfassade statt einer Fassade aus Schiefer besser für das Bild in der Neustadt ist muß offen bleiben. Vielelicht hätten die Greizer mehr Mut zum Schiefer haben müssen, wer weiß...

Das Areal des Goetheparkes wird sich nach Abriß des alten Theaters vergrößern und soll als Grünfläche neu gestaltet werden. Der Goethepark bleibt also den Greizern erhalten. Sein Eingangstor und die Goethebüste erinnern an den alten Goethepark. das Tor ist leider etwas sehr an den Rand gedrängt und mancher Besucher aus der Ferne wird sich fragen, was das Metallgerüst darstellen soll.

 

Bleibt noch die Verpflichtung, die dem Betreiber auferlegt ist. Die Stadthalle muß sich tragen und selbst finanzieren. Das ist nur durch ein anspruchsvolles Veranstaltungsprogramm möglich, damit recht viele Besucher aus der näheren und weiteren Umgebung angezogen werden. In den letzten Jahren hatten sich viele Greizer Theaterbesucher in die nähere Umgebung zurück gezogen, denn das Theaterprogramm war leider nicht mehr so abwechslungsreich wie gewünscht.

Auch im Augenblick kann man kaum ein Theaterprogramm erkennen, daß Theaterbesucher in die Vogtlandhalle anlockt. In den Sommermonaten sind fast nur Einschulungsveranstaltungen und Zeugnisausgaben vorgesehen. Da würde eine Veranstaltung "Man müßte nochmal 20 sein" entgültig den Zorn der Theater- und Konzertliebhaber zum Überkochen bringen.

Das bisherige Theaterleben in Greiz bis zum Jahr 1963 legt die Meßlatte ziemlich hoch, will man nach einer Stagnation des Theaterlebens dort wieder anknüpfen. Kein Wunder, daß sich nun die ersten dunklen Wolken hinter den Verantwortlichen für dieses schöne neue Haus aber auch für den Kulturausschuß und den Theaterverein zusammenbrauen. Hier ist Arbeit gefragt, die hätte längst vor Eröffnung des Hauses getan sein müssen und nicht das Sammeln einer Vielzahl von Posten und Ehrenämtern für eine Pateikarriere, wie das der Vorsitzende des Kulturausschusses (CDU) betreibt. Vielmehr sollte man den Prioritäten entsprechend rechtzeitig an einer Sache arbeiten.

Der Weg von der Eröffnung des neuen Musentempels bis zu einer ersten Theater- und Kulturadresse für die Region dürfte hart und steinig werden. Insbesondere die Mittelkürzungen für Kultur überall im Lande wird das Betreiben diese Hauses auch nicht leichter machen. Den Verantwortlichen kann man nur viel Erfolg und toi, toi, toi wünschen.

Aber auch die Bevölkerung sollte sich "in die Startlöcher" begeben. Gute Kulturveranstaltungen sind auch nur durch ein breites und aktives Publikum realisierbar. An der Zahlungskraft breiter Massen der Bevölkerung fehlt es leider auch. Es sind also alle gefragt.

 

Der Neubau der Greizer Stadthalle hier noch

einmal im Modell und konzipiert mit einer

schwarzen Schieferfassade, die verworfen wurde und einer Klinkerfassade weichen mußte.

Diese Fassade macht den Bau an seinen langgestreckten Seiten eher einem Fabrikgebäude gleich.

Wer weiß, vielleicht hat man mit der verworfenen Schieferfassade eine Chance vertan in der Greizer Neustadt ein archidektonisches  i-Tüpfelchen zu setzen.

 

 

Die Klinkerfassade wirkt sehr nüchtern an den langgestreckten Seiten des Gebäudes.

Ohne den mondänen Eingangsbereich aus Glas könnte es sich bei dem Gebäude auch um ein Fabrikgebäude handeln.

 

 

 

 

 

Das Foyer im Erdgeschoß wirkt trotz Glasfassade und futuristischer Beleuchtung dennoch sehr finster. Die großzügig dimensionierten Räumlichkeiten laden die Besucher zwischen den Vorstellungen zum Flanieren ein.

Das modern gestaltete Restaurant bietet nur eine beschränkte Anzahl Plätze. Bleibt zu hoffen, daß in den Pausen auch für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt wird.

 

 

 

 

 

Der Bürgermeister Gerd Grüner führt persönlich Gäste durch das neue Haus.

Wunderschön der Blick aus den Tagungsräumen auf das alte Theater und hinauf zum Oberen Schloss. Wenn erst das alte Theatergebäude abgerissen ist wird vielleicht die Aussicht noch schöner sein.

 

 

 

 

 

Vom Bühnenraum offenbart sich den Besuchern an diesem Tag die Sicht der Künstler auf den Zuschauerraum. Möge dieses Haus immer gut gefüllt sein!

Atemberaubend für den Laien ist die moderne Bühnentechnik und Beleuchtung.

 

 

 

 

 

 

Der Zuschauerraum mit der schlichten, sachlichen Bestuhlung. Sehr konfortabel sitzt man auf diesen Stühlen bestimmt auch nicht aber immer noch besser als im alten Theater.

 

Für 500 Zuschauer bietet der Saal Platz und kann bei Bedarf mittels einer Auszugstribüne um weitere 300 Plätze erweitert werden.

Eine Empore gibt es auch wieder. Unklar bleibt, ob die Sichtverhältnisse von allen Plätzen ausreichend sein werden. Mögen immer viele Plätze belegt sein und die Zuschauer sind hoffentlich zufrieden mit dem dargebotenen Aufführungen.

Zusätzlich gibt es eine Studiobühne, die für 150 Gäste Plätze bietet.

 

 

 

 

 

Die Treppenaufgänge wirken trotz wuchtiger Gestaltung und im sparsam dimensionierten Raum futuristisch.

Hier im Obergeschoß bieten sich schöne Ausblicke auf die Neustadt, das alte Greizer Theater und hinauf zum Oberen Schloß.

Rechts an der Wand kann man die Schattenrisse des Künstlers Henrik Schrat erkennen.

 

 

 

 

Die Schattenrisse des Künstlers Henrik Schrat im Foyer des Hauses beziehen sich auf die Vogtländische Fabelwelt. Beim genauen Hinschauen aber findet man die einzigartigen Errungenschaften der bescheidenen und fleißigen Vogtländer:

Auf einem Planeten (links im Bild) die Gölzschtalbrücke. Das Weberschiffchen erinnert an die hohe Entwicklung der Textilindustrie im Vogtland. Das Weberschiffchen wird zum Raumschiff, in dem ein Vogtländischer Kosmonaut und ein Vogtländischer Astronaut die Erde umrundeten.

Vielleicht sahen sie ja tatsächlich von oben die Göltzschtalbrücke...

 

 

 

 

 

 

Immer wieder faszinierend sind die Ausblicke aus dem neuen Haus auf die einstige Prachtstraße der Neustadt, die Carolinenstraße. Bestimmt wird die Neustadt irgendwann einmal an die einstige Pracht anschließen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

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