index.htmlfrontpirin.html
WANDERN IM PIRINGEBIRGE
 EIN KLEINES HOCHGEBIRGE IN BULGARIEN STELLT SICH VOR
INDEX
TOURENVORSCHLAG /  REISEINFORMATIONEN
BERGHÜTTEN
LINKLISTE
DIE ETAPPEN UNSERER PIRINTOUR
TOURENBESCHREIBUNG
© Wolfgang Trommer & Hans Jaitner 

Der Vichren (im Hintergrund) 
beim Aufstieg zum Paß Totorina Porta


UNSERE REISE INS PIRINGEBIRGE 
EINE ABENTEUERLICHE
WANDERTOUR

Wir sind Ostthüringer, und unsere Durchquerung des Pirin liegt schon ein paar Jährchen zurück. 
Aber oft denken wir an diese Hochgebirgstour.

Wie man im Internet verfolgen kann schicken sich jetzt die jungen Generationen an das Piringebirge zu erkunden. Sie hören aus Erzählungen von der Schönheit der Bulgarischen Gebirge und machen sich auf den Weg. Wieder fasziniert Neueinsteiger in das Hochgebirgswandern als auch Könner diese Einmaligkeit der Hochgebirgstour.


Wir haben diese Tour schon 1975 gemacht. 
Ich, der Verfasser dieser Homepage hatte anläßlich einer Reise in das Rilagebirge erfahren, daß sich im  Südwesten Bulgariens das  Piringebirge mit einer einzigartigen hochalpinen Ausprägung befindet. Allerdings gab es zum damaligen Zeitpunkt noch keine organisierten Reisen vom Reisebüro für das Gebirge.

Das bedeutete, alles mußte selbst organisiert werden, und das war alles nicht so einfach wie heute.
Mühsam trugen wir Kartenmaterial und Informationen zusammen und nahmen Kontakt mit einem Bulgarischen Reisebüro auf, das uns hervorragend unterstützte.

Die Ausrüstung mußte zusammengestellt werden. Traggestellrucksäcke und Bergstiefel waren eine Rarität, und ihr Tragekomfort nicht mit heutiger Ausrüstung  zu vergleichen. Atmungsaktive Regenkleidung noch lange nicht erfunden. Besser man hatte gutes Wetter. Biwaksäcke nähten wir uns selbst. Die Maße nahmen wir einem Biwaksack in einer Ausstellung über eine Pamirexpedition ab. Man mußte findig sein.

Dann waren da die Behördengänge. Man machte es Individualisten etwas schwerer. Besonders die die Buchung 
des Fluges konnte zur Verzweifelung treiben. Mal war unser Flug O.K. gebucht, dann war alles wieder unklar...

Spärlich war der Tagessatz an Taschengeld, daß uns Vater Staat an "Reisedevisen"  zugestand. Der Tagessatz, den man umtauschen konnte, reichte gerade zum Notwendigsten. Da mußte sparsam gewirtschaftet werden, es sei dann man war findig und konnte noch eine zusätzliche Umtauschmöglichkeit finden.

Doch wir haben das alles geschafft, und 
vielleicht war es deshalb auch so viel schöner, weil alles so bescheiden und mit Mühen verbunden war.

Eines Tages im Juli 1975 
erregten wir dann in der Abfertigungshalle des Zentralflughafens Berlin-Schönefeld 
mit unserem "Sturmgepäck" Aufsehen.

Die dröhnenden Motoren der  IL 18 ,einer russischen  Iljuschin, verursachten einen ohrenbetäubenden Lärm. Aber das war egal . Wir flogen unserem Ziel entgegen. Im Gepäck ausreichend "Schwarzgeld" für die Reisekasse und das bange Gefühl was uns wohl auf dieser Bergtour alles erwarten und ob alles gutgehen würde. Ganz wohl war uns nicht bei dem Gedanken an das was uns auf unserer Bergtour vielleicht alles noch bevorstand.

Viel Spaß, wenn Sie mit uns diese Reise noch einmal nacherleben. Wir würden uns freuen, wenn der eine oder andere Bergfreund für seine eigene Pirindurchquerung wertvolle Anregungen finden kann.

MAJESTÄTISCH - DER GIPFEL DES VICHREN (2914 m)


.
.
Das Piringebirge
...ist das zweitgrößte Hochgebirge Bulgariens.
Dennoch ist die Größe dieses Gebirges nicht einmal 100 Kilometer in der Länge und 50 Kilometer in der Breite.
Es befindet sich im Südwestteil des Landes südlich des Rilagebirges.

Das Piringebirge hat seine eigenen Reize:

Bergseen von einmaliger  Schönheit wechseln ihre tiefen Farben je nach der Farbe des Himmels und entsprechend der Lichtverhältnisse. 
Augen gleich liegen diese Seen in den von der Eiszeit geschaffenen Mulden. 
In ihrem Wasser spiegeln sich die Berggipfel mit ihren hellen Flanken aus Marmor oder Granit. 
Weiß leuchten die letzten Schneefelder von den Höhen. 
Auf den Bergwiesen ringsum blühen die schönsten Bergblumen und in der Stille hört man selbst das Summen der Insekten. 
Unter den Beständen der Panzerkiefern des Pirin befindet sich  ein 1300 Jahre alter Baum.

Der nördliche Teil des Gebirges ist zweifelsohne der schönere Teil. Er hat alpinen Charakter. Hier befinden sich die höchsten Gipfel,  unter ihnen der zweithöchste Berg Bulgariens, 
der Vichren  (2914 m).
Aber auch der Süden hat seine Reize. Hier geht die hochalpine Landschaft ganz allmählich über in die südlichen Gefilde rund um die Stadt Melnik mit einer bizarren  Sandsteinlandschaft.

Nach anstrengender Bergtour kann der Bergfreund in der Stadt Melnik noch ein wenig die Seele baumeln lassen und unter Feigen-  und Granatapfelbäumen den guten roten Wein aus Melnik geniesen.

Der Besuch des Roshen Klosters, einem Hort der Bulgarischen Wiedergeburt nach dem Türkenjoch, zu dem der Weg durch Täler mit einer wildromantischen Sandsteinwelt führt, ist ein unbedingtes Muß.

Im Winter hat das Pirin ebenso seine Reize. Doch wehe dem, der die Naturkräfte in diesem kleinen Gebirge unterschätzt. 
Jetzt besteht Lawinengefahr und Stürme können zum Problem werden, wenn man fernab der schützenden Berghütte davon überrascht wird.

Die Thraker nannten das Piringebirge Obrelos,das Schneegebirge.

Für die  Slawen hingegen war es der Thron des Perun, des Gottes des Blitzes.

Und hätten die alten Griechen gewußt, daß der Vichren majästätischer und  der Mussalla im Rilagebirge noch höher als der Olymp ist, wer weiß, vielleicht hätten sie einen der Bulgarischen Gipfel zu ihrem heiligen Berg gemacht.

Urplötzlich und wie aus Geisterhand wirbeln auf dem Gipfel des Vichren  zum Greifen nahe kleine Wölkchen in die Höhe und  werden in kürzester Zeit zu großen Wolken. Dann hat der Vichren sein Haupt mit einer Mütze aus Wolken und Nebel verhüllt. Auf dem Gipfel wird es  kalt und unwirtlich.  Der Berg gibt sein grandioses Panorama nicht immer preis. 
Wehe dem Bergwanderer, der sich vom südlichen Charm des Gebirges verleiten ließ und nicht für diese Situation Vorsorge traf

Doch wer einmal den Vichren erklommen hat und das einmalige Bergpanorama sah, der wird es in seinem Leben nicht mehr vergessen.

DAS PIRINGEBIRGE IST NATIONALPARK

Schützt es.
Seine Schönheit muß  den nachfolgenden 
Generationen erhalten bleiben.

 ZURUECK ZUM SEITENANFANG