JACHENAU

Wir kamen im Winter 1990 / 91 in die Jachenau . War es Zufall, Fügung oder einfach nur ein Glücksumstand, daß wir aus einem verstaubten Büchlein mit dem Titel "Preiswert übernachten in Bayern" eben diesen einmaligen Flecken Erde in unserer so hektischen Welt aussuchten? Egal, wir waren da. Mit dem "Trabant" reisten wir an. Es war Winter, Wetter mit viel Schneefall und Kälte. Bis Minus 20 Grad sollten die Temperaturen herunter gehen, meldete der Wetterbericht, aber wir wollten endlich die Alpen sehen und reisten mit schlechter Innenheizung und Winterreifen nur auf den Antriebsrädern an.

Seither haben wir die Jachenau immer wieder besucht und uns von ihrer Einzigartigkeit und der Berglandschaft faszinieren lassen. Wir lernten den Großvater kennen, der bis ins hohe Alter im Sommer die Alm bewirtschaftete. Wir stiegen immer wieder auf den Jochberg, nahmen auf der Jocheralm an einer Stubenmusik teil, wir erfreuten uns an den Bergblumen, den Orchideen und waren Sommers wie Winters von der einmaligen Landschaft und Natur fasziniert.

Die Jachenau hat sich die Beschaulichkeit längst vergangener Zeiten erhalten. Nach Gemeinderatsbeschluß darf kein Fremder bauen. Hotels schon gar nicht. Eine Eingemeindung nach Lenggrieß hat man mit höchster bayrischer Unterstützung seinerzeit abwehren können. Man bleibt unter sich, doch Gäste sind gerne willkommen. Nur ein Gast hatte das Nachsehen: der Bär Bruno passte nicht in die heile Welt der Milchbaueren rund um das Brauneck und auch nicht zu den Domizilen der Großköpferten am Walchensee. Deshalb mußte er sterben und fristet nun ein ausgestopftes Dasein im Museum. Aber keine Angst, die Menschen der Jachenau sind freundlich und haben gerne Gäste. In harter Arbeit ringen sie ihrem Gebirgstal das notwendige zum Leben ab, erhalten ihre Jachenau aber trotzdem so wie sie immer war. Die Menschen hier sind tief in diesen einmaligen Flecken Erde verwurzelt, sie pflegen die Traditionen und sind Neuem aufgeschlossen.

Die Jachenau bietet für alle etwas, die Ruhesuchenden, die beschaulichen Spaziergänger, die Bergwanderer und die Sonnenhungrigen, die am Walchensee ein Sonnenbad genießen können.

Mit ausgewählte Fotos wollen wir unsere Eindrücke auf den folgenden Seiten vermitteln.