DER FREMDENWEG
Die "Königsroute" der Sächsischen Schweiz:

Schloß Pillnitz - Liebethaler Grund - Lohmen - Uttewalder Grund - Bastei - Schwedenlöcher - Amselfall - Hockstein - Hohenstein - Brand - Bad Schandau - Kirnitzschtal
Lichtenhainer Wasserfall - Kuhstall - Kleiner Winterberg - Großer Winterberg - Hrensko / Herrnskretschen - Prebischtor /Pravcicka brána - Gabrielensteig /Gabrielina Stezka - Rainwiese - Wilde Klamm - Edmundsklamm (Stille Klamm) - Hrensko / Herrnskretschen - (Lilienstein  +  Arnstein - Kleinsteinhöhle)

 
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      Auf dem Fremdenweg brachte man einst in der Zeit der Romantik die betuchten Herrschaften zu den wildromantischen Sehenswürdigkeiten der Sächsischen Schweiz.
      Noch war diese Landschaft mit ihren Felsgebilden wenig erschlossen und unwegsam, und man brauchte einen Führer der den Fremden auf manchmal gefährlichen Wegen sicher zu den Sehenswürdigkeiten brachte. Auch war die Sächsische Schweiz noch nicht verkehrstechnisch so erreichbar wie heute. Man kam mit dem Schff von Dresden herauf nach Pillnitz, wanderte durch die kurfürstlichen Weinberge und die liebliche Landschaft des Elbtales nach Liebetal um dann in den Liebetaler und Uttewalder Gründen die wilde Schönheit der Felsenwelt aus Sandstein zu erleben. Von der Bastei ging es hinab in die Schwedenlöcher und zum Amselfall. Weitere Ziele waren dann die Stadt Hohenstein und der Balkon der Sächsischen Schweiz, der Brand. Über Schandau, wo man sich in den mondänen Lokalitäten der Stadt von den Strapazen der bisherigen Reise etwas erholte, ging es das Kirnitzschtal aufwärts zum Lichtenhainer Wasserfall. Nun konnte man per Saumtier oder Trage vom Lichtenhainer Wasserfall zum Kuhstall und weiter über den Kleinen und Großen Winterberg hinüber  ins Böhmische zum Prebischtor und in die Klamme bei Herrenskretschen (Hrensko) gelangen. Mit dem Boot fuhr man dann nach dieser vier- bis fünftägigen Tour von Herrnskretschen, dem heutigen  Hrensko auf dem Elbstrom nach Dresden zurück. 
      Auf der Rückfahrt bestieg man häufig noch den imposanten Lilienstein und besuchte auch die Festung Königsstein. Das Bestaunen der wildromantischen Gebirgswelt der Sächsischen und Böhmischen Schweiz waren in der Zeit der Romantik  in Mode gekommen. Maler wie Ludwig Richter, Caspar David Friedrich, Adrian Zingg und Anton Graff malten die heute weltberühmten Landschaftsbilder um Dresden. Deshalb bezeichnet man jetzt den Fremdenweg auch als Malerweg, wobei man den Malerweg erweiterte, um den Schweizbesucher an jene Orte zu leiten, die den Künstlern ihre Motive zu den einzigartigen Landschaftsbildern geboten haben.

      Bekannt gemacht hatten die einmalige Felslandschaft des Elbsandsteingebirges die Pastoren Nicolai und Götzinger. Richard Wagner ließ sich im Liebethaler Grund zu seiner Musik inspirieren. Carl Maria von Weber ließ sich in der wilden Gebirgswelt der Sächsischen Schweiz inspirieren. Bilder und Stimmungen dieser einmaligen Landschaft inspirierten Weber zur Wolfsschluchtmusik im Freischütz, wodurch der Aufgang zum Hockstein Wolfsschlucht bald in aller Munde war. Ende des 19. Jahrhunderts verzeichnete die "Schweiz" durch die verkehrstechnische Erschließung der Landschaft wahre Besucherrekorde.

       

      Nach 1945 wurde es stiller. Nach dem Zweiten Weltkrieg mit seinen verheerenden Auswirkungen für die Mitte Europas schlossen sich die Grenzen zu Böhmen, und nur allmählich öffneten sie sich wieder. Der alte Fremdenweg aber öffnete sich nach Böhmen hinüber offiziell bis heute nicht. Nach 1989 machen die Vorschriften der Nationalparkverwaltung der Hoffnung die alten Wege wieder begehen zu können zunichte. Ob das nun immer sinnvoll ist, sei offen gelassen.

      Leider endet so auch heute noch der alte Fremdenweg an der Deutsch-Böhmischen Grenze, denn, obwohl schon lange erhofft, haben die Behörden noch keinen Touristenübergang einrichten wollen. Das ist leider sehr bedauerlich. Aus welchen Gründen auch immer, dieser alte Weg in der Mitte Europas ist leider noch nicht wieder begehbar. Deutscher und Tschechischer Nationalismus und seine Folgen wirken sich gerade auf solche Traditionswege besonders aus.

      Der Böhmische Teil des Fremdenweges muß also noch immer von Hrensko aus erwandert werden. Auf den folgenden Seiten wollen wir uns an  die Wanderungen erinnern, die wir auf dem einmalig schönen und traditionellen  Fremdenweg (Malerweg) gemacht haben.

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Letzte Aktualisierung 10.07.2008
© Wolfgang Trommer

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