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Das Elstertal 
im Naturschutzgebiet Steinicht
 
 

DER STEINICHT IST NATURSCHUTZGEBIET    DAS BEFAHREN -  AUCH MIT DEM FAHRRAD - IST DESHALB NICHT GESTATTET


Das Steinicht liegt im Norden des Mittelvogtländischen Kuppenlandes. Das 147 Hektar umfassende Landschaftsschutzgebiet ist seit 1943 unter Schutz gestellt. 
Das drei Kilometer lange, bis zu 70 Meter tief eingeschnittene V-Tal zwischen Rentzschmühle und Franzmühle gilt mit Recht als die eindrucksvollste Talstrecke des gesamten Elsterlaufes. 
Die Aue ist stellenweise kaum 50 Meter breit. Die vielfach fast senkrecht aufragenden Talwände sprechen für die Härte des Diabases, in den sich der Fluß seit Beginn der Talbildung am Übergang vom Tertiär zum Quartär eingetieft hat. 

(Rolf Weber Jocketa, aus Greizer Heimatkalender 1965)

Zahlreiche Klettersteine bieten eine Heimstätte für den Klettersport. Gleich hinter Rentzschmühle kann man die Bergsteiger am Nelkenstein beobachten. Danach der Uhustein. Der Orbisgrabens ist benannt nach dem heiligen Urbanus, dem eine Kapelle auf der Höhe geweiht war. Es ist ein steiler wildromantischer Aufstieg hinauf in die Cossengrüner Flur. Hier befinden sich die Felsen Dornbusch (Dornstaude), Turm, Teufelskanzel, Hundstein und Peterstein. Ganz vorn der Fuchstein am linken Elsterufer. Am rechten Elsterufer der Otterstein.

Am Uhustein nistete noch Ende des 19. Jahrhunderts der Uhu.
Der Naturfreund und der Botaniker finden zahlreiche seltene Pflanzenvorkommen.

Selbst bei normalen Wasserstand der Weißen Elster rauschen die Fluten im Bereich des Orbisgrabens mit beachtlichem Gefälle über die Steine im Flußbett, und Hochwassermarken von 1898 und 1954 an der Felswand des Petersteines zeugen davon welche Naturgewalten sich in diesem Tal entfesselten und zu verheerenden Schäden führten. Hier befinden sich die alten Grenzmarken, die die Fischereirechte markierten.
 

Die schönste Zeit im Steinicht ist für uns im Frühjahr, wenn die Blütenpracht der Buschwindröschen die Wiesenauen weiß färben. Gelb leuchten dazwischen die Blüten der Goldsterne und Himmelschlüsselchen.
Aber auch im Sommer ist eine Wanderung durch das Tal sehr schön, denn besonders in den Morgenstunden ist es am Lauf des Flusses angenehm kühl.
 

Zwei Wege führen durch den Steinicht:

Der Reitsteig auf der rechten Talseite verband einst die Burg Liebau mit der Elsterberger Burg. Diese Strecke ist ein angenehmer, gut ausgebauter Weg.

Für ortskundige Wanderer gibt es noch einen Weg entlang der Felsen auf der linken Talseite. Man muß dazu den Steinbruch passieren und hat auch am Nelkenstein eine kurze schlechte Wegstrecke.
Dieser Weg ist besser zu begehen, wenn man von der Gippe startet, und den Weg durch den Orbisgraben hinauf nach Cossengrün geht.
Vom Hundsstein hat man dann einen schönen Blick über das Tal. Vorsicht ist geboten.

 


Zahlreiche Kletterfelsen wie hier im Bild  der Peterstein bieten im Steinicht den Bergsteigern weniger bekannte, jedoch  schon 1834 vom Plauener Turnvater  Heubner erschlossene bergsteigerische Herausforderungen. Im Hintergrund der sogenannte Turm mit der Teufelskanzel in der Hänoldschlucht.

Hochwassermarken an den engsten Stellen der schroffen Felswände lassen erahnen, welchen Naturgewalten unsere Vorfahren vor dem Bau der Talsperren ausgeliefert waren. Dieser Flußabschnitt in dem das vom Fels eingeengte Wasser zum reißenden Strom werden kann nennt sich die Rösch.

Unglück in der Rösch...

Der Bau der Elstertalbahn war der einzige Eingriff in diese einmalige naturbelassene Flußlandschaft. Den damaligen Ingenieuren war es gelungen den Charakter des Steinicht nicht zu zerstören. Anders heute, wo man leider mit Bergbaurechten der ehemaligen DDR das Naturschutzgebiet im Bereich Rentzschmühle nachhaltig zerstört.

Bild links:
Der Ort Rentzschmühle ist bereits 1441 urkundlich erwähnt und entstand an einer Elsterfurt  Seinen Namen erhielt der Ort durch die Mühle, die an der Flußpassage erbaut wurde. Später war hier eine Pappenfabrik.

Die Rentzschmühle war weithin bekannt als Ausflugsziel. Mit Eröffnung der Elstertalbahn zog die "Vogtländische Schweiz", zur der auch der Steinicht gehört, eine große Zahl an Gästen an. Gaststätten und Hotels unter ihnen das legendäre "Lochhaus" boten zahlreiche Einkehrmöglichkeiten und auf der Elster konnte man gondeln.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel der Ort wieder in den "touristischen Dornröschenschlaf". Leider hat seit 1989 die Talansicht durch den sich rapide vergrößernden Steinbruch arg gelitten. Der Gesteinsabbau in diesen Dimensionen in einem Naturschutzgebiet ist frevelhaft, wer immer das zu verantworten hat.

Vielleicht wird ja der Ort dennoch einmal wieder Ausflugsort. 
Das ist gar nicht so abwegig angesichts steigender Benzinpreise und rückläufiger Fernreisen.

LETZTE AKTUALISIERUNG: 01.05.2004  

© Wolfgang Trommer

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