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DER

ELSTERRADWEG

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Die Elsterquelle

Bad Elster
Bad Elster bis Pirk
Burg Stein
Pirk - Plauen
Vogtländische Schweiz
Steinicht
Unglück in der Rösch (Steinicht)
Elsterberg - Greiz
Greiz
Abstecher zur Göltzschtalbrücke
Greiz - Neumühle
Neumühle - Berga
Berga - Wünschendorf
Kloster Mildenfurth und Weida.
Wünschendorf-Gera-Bad Köstritz
BUGA 2007 und Wismut Ronneburg
Crossen - Zeitz
Floßgraben
Weinanbau an der Weissen Elster
von Zeitz durch die Elsteraue nach Groitzsch und Pegau
von Pegau entlang des Elsterkanales an die Stadtgrenze von Leipzig
durch Park- und Auenlandschaften der Großstadt Leipzig zum Auensee
Schkeuditz - Halle
Das Ziel: Die Mündung der Weißen Elster in die Saale

Wegbeschreibung

Resümee
LETZTE AKTUALISIERUNG:

19.02.2014

 

Die Elsterquelle

 

Alles im Leben braucht seine Zeit, und so mußte ich erst ein paar Jahre "auf dem Buckel"  haben, um an die Quelle der Weißen Elster wandern zu können.

Ich weiß nicht, ob man zu Zeiten des Eisernen Vorhanges nicht doch zur Elsterquelle gehen konnte, ich habe es nicht gewagt. Zu sehr waren wir auf die Einhaltung der Grenzbestimmungen fixiert und hatten Angst einen Fehler zu begehen. Zudem fehlte es an Ortskenntnissen.
Die Elster entspringt im Ascher Ländle, und das war ein sehr schmaler Zipfel CSSR zwischen DDR- und BRD-Grenze. Also unübersichtlich allemal und was damals vage bekannt war wissen wir heute, nach dem Prager Frühling hatte die Rote Armee der Sowjetunion eine großen Truppenübungsplatz eingerichtet und das Gebiet war damit Sperrgebiet. Die Strafen wären schließlich hart genug gewesen, wenn man erwischt worden wäre.

Doch besuchen wollten wir den Ort, an dem der Fluß entspringt, der meine Heimatstadt Greiz und das gesamte Landschaftsbild des Vogtlandes prägt. Möglich wurde das erst nach 1989, als sich auch diese Grenze nach Tschechien langsam öffnete.

So haben wir uns dann an einem Frühlingstag von Bad-Elster aus auf den Weg gemacht. Nicht wissend, wie weit der Weg ist, und ob wir überhaupt zur Elsterquelle finden würden. 
Der Weg über den Grenzübergang für Fußgänger verläuft über die alte Heerstraße Asch, Elster (Bad-Elster), Leipzig. Nach etwa einer halben Stunde Fußmarsch ab Grenze erreicht man den Ort Dubrava (Grün). Einst Industriedorf litt der Ort unter der abgelegenen Grenzlage und verkam. Jetzt gibt es einen ersten Aufschwung durch die Öffnung der Grenze im kleinen Grenzverkehr und nunmehr für den Fahrzeugverkehr. Auch wir haben dazu unseren Beitrag am Aufschwung des Ortes geleistet, und uns ein Frühstück und ein gutes "Gambrinus" aus Pilsen genehmigt, bevor wir uns auf den Weiterweg gemacht haben.

So wandert man dann am rechten Flußlauf der Weißen Elster der Quelle entgegen. Manche moderne Karte verzeichnet noch zahlreiche Mühlen, doch die sind längst nicht mehr. Anfang des 19. Jahrhunderts waren noch zahlreiche Papier-, Mahl- und Sägemühlen vorhanden. Heute erkennt man allenthalben noch deren Grundmauern und die Bauten der Mühlwehre.

In Dolny Passeky (Niederreuth) liegen die Häuser verstreut um den alten Ortskern. Das Zentrum des Ortes wurde dem Verfall preisgegeben.
Interessant der Besuch der Heilquelle in einem winzigen Brunnenhäuschen, aus dem ein radioaktiver Säuerling sprudelt, dessen Nutzung in einem mondänen Heilbad angesichts der nahen Konkurrenz anderer Heilbäder vorerst ein Traum bleiben wird.

Eine Einkehr in der Gaststätte "U Sprenaru" war noch in den 1990er Jahren ein Muß. In der urigen Kneipe war der Bierhahn in einem Wandschrank unter Verschluß, und auch sonst strahlt das Gasthaus noch viel vom Flair alter Böhmischer Wirtshausgemütlichkeit aus. Heute ist die Gaststätte eine moderne Einkehr in der man gut essen kann, aber schade um die gute alte böhmische Wirtshausgemütlichkeit ist es doch.

Man durchwandert nun den Naturpark Elsterwald, der im ersten satten Frühlingsgrün der Auwälder eine besondere Faszination ausübt. So ist die Wanderung zur Elsterquelle auch im Frühjahr am schönsten und besonders zu empfehlen.
Der Weg geht dann steiler bergan, und die zahlreichen sprudelnden Wasserläufe machen Hoffnung nach dem langen Marsch doch noch zur Elsterquelle zu finden. Uns haben Waldarbeiter auf dem letzten Metern den Weg gewiesen. Unweit der Forststraße steht man dann vor dem Denkmal aus Granit. Nach etwa 15 Kilometern Fußmarsch ist man froh die Quelle der Weißen Elster erreicht zu haben. Ringsum sprudeln zahlreiche Rinnsale im grünen Waldboden, und man fragt sich woher man die Gewißheit nahm, die Elsterquelle gefunden zu haben.

Bevor man also an jener Quelle, die man als Steingrüner Quelle bezeichnet, das Denkmal errichtet hatte, waren zahlreiche Untersuchungen vorausgegangen. Gehen wir davon aus, daß die eingefaßte Quelle der Ursprung unseres Heimatflusses ist.

Als man 1898 die Quelle feierlich einweihte gehörten dazu schneidige Aufmärsche des

k. und k. Schützenkorps, die die deutschen Heimatverbände an der Grenze abholten, und das Abspielen der Österreichischen und Deutschen Hymne zum unabdingbaren Szenarium der damaligen Zeit. Auch Hochrufe auf die Kaiser durften nicht fehlen.
Doch wohin ist sie gegangen, die "Gute alte Zeit". Das Tschingderassabum endete im Säbelrasseln und Kanonendonner zweier Weltkriege, im aufkeimenden Nationalismus auf beiden Seiten, in der Vernichtung ganzer Völker, in der Entvölkerung dieses Landstriches, der letztendlich in der Einsamkeit des ziemlich entvölkerten Grenzlandes für ein halbes Jahrhundert versinken sollte.
Bleibt zu hoffen, daß dieser arg gebeutelten Region im Rahmen der Europäischen Einigung wieder bessere Zeiten beschieden sein mögen und das die noch immer vorhandenen Vorbehalte gegeneinander einmal Vergangenheit sein werden.

Tschechische Bürger haben uneigennützig das Denkmal der Elsterquelle vor dem Verfall gerettet. Leider führten die deutschen Inschriften und die zahlreichen Eintragungen deutscher Wanderfreunde in ein Buch an der Quelle zu mißmutigen Willensbekundungen und Zerstörungen von tschechischer Seite. Noch sind eben die alten Vorbehalte beiderseits nicht überwunden.

Wir folgen nun den Quellwassern ins Tal. Für diesen heutigen Wandertag um nach Hause zu kommen nach einer sehr langen Wegstrecke.
Aber wir wollen nun hier von der Quelle der Weißen Elster den Fluß hinaus in die Welt begleiten, die uns eine einmalige Flußlandschaft offenbaren wird, die geprägt ist von der Geschichte und Tradition unseres Volkes, die aber auch die aus der ökonomischen Notwendigkeit resultuerenden Eingriffe in die einmaligen Flußlandschaften der Weißen Elster dokumentiert.

Folgen Sie uns auf dem Elsterradweg als Radfahrer oder auf dem Weiße- Elster-Weg als Wanderer um unseren Heimatfluß zu begleiten auf seinem Weg von der Quelle am Kapellenberg im Elstergebirge bis zu seiner Mündung in die Saale.

 

Wer den Weg zur Elsterquelle gemütlich und recht kurz absolvieren möchte, der kann jetzt nach dem Beitritt Tschechiens zum Schengener Abkommen den alten Weg von Bärendorf benutzen. Auf deutscher Seite ist der Weg bestens beschildert, auf tschechischer Seite folgt man zunächst der gelben Markierung und biegt etwa 100 Meter nach den Hohheitszeichen nach rechts in einen Forstweg ein. Gehzeit ca 1 Stunde.

 

 

Menschen aus Tschechien und Deutschland kümmern sich

rührend um das Umfeld an der Elsterquelle

 

 Böhmische Wirtshausgemütlichkeit gestern...

 

 ...und heute

 

Elsterquelle

 

 Wenn man dieses Rinnsaal gleich hinter der Quelle glucksend im dichten Tann dahinfließen sieht kann man kaum glauben, daß daraus  bald ein stattlicher Fluß entstehen wird

 

 

 

LETZTE AKTUALISIERUNG: 19.02.2014

© Wolfgang Trommer

 

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