GREIZ im Kalenderblatt April 2007

 

 
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Greizer Begleitprojekt zur Bundesgartenschau 2007

 

Große Massen an Muttererde häufen sich im abgesperrten Bereich des Parkeinganges.

        

Viel Wirbel gab es um die Neugestaltung des Haupteinganges des Greizer Parkes. Fast ein halbes Jahrhundert war die Gestaltung der Sowjetarmee und gefallener bzw. in Zwangsarbeit verstorbener Sowjetischer Menschen gewidmet. Die Kopie eines Denkmales, geschaffen von dem Künstler Jürgen Raue für das KZ Auschwitz beherrschte diesen Platz als Aufmarschfläche der kommunistischen Stadtgrößen an Gedenktagen.

Undiplomatisch war die Entscheidung der vom Volk gewählten Vertreter des Stadtrates das Denkmal einfach zu entfernen.

Es war eine Entscheidung die auch nicht demokratischer war als die Entscheidung der ehemaligen kommunistischen Statthalter das Denkmal ohne Einverständnis der Bevölkerung zu installieren. Also muß sich heute kein Mensch in Greiz darüber aufregen, daß das Denkmal nun verschwindet. Es war auch nicht gefragt worden ob es dort aufgestellt werden sollte und leider auch nicht gefragt worden ob es die Menschen in Greiz nicht mehr haben möchten. Das verkennen oft die alten Betonköpfe als auch die neuen Emporkömmlinge der heutigen Parteinomenklatura.

Aber unabhängig davon sollte auch ein jeder Wähler in Greiz zur nächsten Wahl des Stadtrates für sich selbst entscheiden, ob die gewählten Volksvertreter tatsächlich unsere Interessen vertreten.

Das Denkmal, so denke ich, hat einen würdigen Platz auf dem alten Friedhof der Stadt Greiz erhalten. Der Eingangsbereich des Greizer Parkes wird sich nach neuesten landschaftsgestalterischen Gesichtspunkten präsentieren. Das aber wird viel Geld kosten, das leider an anderer Stelle fehlt. Bleibt zu hoffen, daß der Eingang des Greizer Parkes sich endlich und recht bald  wieder würdevoll für den Besucherverkehr öffnet.

 

 

 

 

 

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Schon werden die Tage auf der Kopfzeile der regionalen Tageszeitung bis zum Beginn der Bundesgartenschau Gera-Ronneburg gezählt, denn es ist nicht mehr viel Zeit bis zu diesem Event gärtnerischer und landschaftsgestalterischer Höchstleistungen. Gemeinsam mit der WISMUT haben sich Gärtner und Landschaftsgestalter das hohe Ziel gestellt die Hinterlassenschaften des Uranbergbaus in der Ronneburger Region  wieder in eine lebenswerte Landschaft zu verwandeln. Besonders die Wismut spielte bei diesem Part eine beachtenswerte Rolle und versetzten im wahrsten Worte Berge.

 

Berge Versetzen:

Caterpilars verbringen über eine Fahrtrasse das  Abraummaterial des URAN-Bergbaus zur Verfüllung in die neue Landschaft.

 

 

Ein riesiges Areal zwischen den Städten Gera und Ronneburg war geplant in die Bundesgartenschau 2007 einzubeziehen. Sogar Industrieparks für innovative Industrien entlang der Bundesstraße B 92 sollten entstehen. Vieles wird meißt positiv angedacht, kann aber dann doch nicht bewältigt werden. Woher auch sollen plötzlich Investoren kommen.

So konnte auch das Verkehrsprojekt, ein zweigleisiger Ausbau der Bahnstrecke von Gera nach Ronneburg, nicht realisiert werden. Immerhin hat die Stadt Gera eine ehemalige Straßenbahnlinie wieder erhalten, die die Besucher und Gäste zu dem die BUGA-Areale Gera und Ronneburg verbindenden Gessental bringen wird. Der Rest der nimmt den Busshutle oder die vorhandene eingleisige Bahn.

Gera hat sich verändert viel wurde gebaut und neu gestaltet und auch die Stadt Ronneburg, die ein halbes Jahrhundert ein graues Schattendasein unter den Belastungen des URAN-Bergbaues geführt hat, putzt sich heraus. Auch umliegende Städte haben sogenannte BUGA-Begleitprojekte erhalten, von denen noch im März 2007 einige nicht so recht voran gebracht sind, so auch das der Stadt Greiz.

Dabei spielen die finanziellen Ausgaben bis zum Beginn der Bundesgartenschau offensichtlich in diesem Land, in dem man tagtäglich in den Nachrichten von Geldknappheit redet, keine Rolle. Die Bundesgartenschau wird immense Summen bis zu ihrem Beginn im April verschlungen haben.

Und nach Schließung der Pforten der BUGA? Was wird die BUGA an Besuchergeldern eingebracht haben? Wer kommt eigentlich für die Folgekosten auf? Zum jetzigen Stand soll die Stadt Ronneburg allein für Folgekosten des BUGA - Areals aufkommen. Mit Unterstützung des Landkreises und des Landes - versteht sich...

Auf Anfragen der politischen Fraktionen des Kreistages zu den Folgekosten reagieren die politisch Verantwortlichen "allergisch".

Man wird sehen, welchen Folgeeffekt die Bundesgartenschau für die Region hat, die unter schlechten Verkehrswegen leidet, die mit die höchste Arbeitslosenquote aufzuweisen hat und aus der die jungen Menschen längst abgewandert sind. Arbeitsplätze, wie versprochen wurde, hat die Bundesgartenschau kaum bringen können. Da wurde mehr auf Saison-Kräfte, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und Ähnliches zurückgegriffen. Zumindest wurde verkündet, daß die extrem hohe Strahlenbelastung in Ronneburg der Vergangenheit angehört - Wer`s glaubt wird selig ... Sollen sich die Halzeitwerte für Uran plötzlich verkürzt haben. Der radioaktive Staub legte sich immerhin 50 jahre über das Land.

Über Gerüchte, Skandälchen und Personalquerälen konnte es während des Aufbaus der BUGA nicht mangeln. Selbst um das Maskottchen der BUGA gab es zunächst erhebliche Querälen. Eine nicht unerhebliche Anzahl von Marketigleitern mußte "den Hut nehmen" oder ging angeblich von selbst. Und auch der Geschäftsführer der BUGA, der ehemalige DDR- Stadtbaudirektor der Stadt Gera, wurde ausgetauscht (Alte Seilschaften lassen grüßen.).

Im März 2007 nahm die Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen Hinterziehung von Fördergeldern auf. Das Ergebnis steht aus. Die Aufsichtsratsvorsitzende und Landrätin des Landkreises verkündete, wie Pressemitteilungen zu entnehmen war, daß sie den Verantwortlichen der BUGA vertraut. Muß die Aufsichtsratsvorsitzende der BUGA nun vertrauen oder hätte sie prüfen müssen?

Der Bund der Steuerzahler jedenfalls hat den Bau einer Brücke auf eine Uranhalde sehr kritisch angemahnt. Und es ist wohl abzusehen, daß nach Beendigung dieser Bundesgartenschau weitere Mittel in die Region nur spärlich fließen werden, und so bleiben die eigentlichen Probleme wie Ansiedelung von Industrie und ordentliche Verkehrswege nur ein Traum für die Bevölkerung. Die Kosten für den Erhalt des BUGA - Areals  aber  bleiben.

 

 

Geld spielt keine Rolle:

Gerügt vom  Bund der Steuerzahler wurde die jetzt als "Drachenschwanzbrücke" bezeichnete Brücke in der Neuen Landschaft.

 

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© Wolfgang Trommer